GKS-Jahrestagung 2011 in Grainau

Das BIKQS - Mitglied Alexej Schlotfeldt berichtet von der 32. Jahrestagung der Gesellschaft für Kanada-Studien e.V., die im Februar 2011 in Grainau stattfand und auf der er, einer Einladung der kanadischen Botschaft zu Berlin folgend, über seine Erlebnisse auf der „EU-Canada Study Tour Thinking Canada“ sprach.
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Auf Einladung der GKS und mit der freundlichen Unterstützung der kanadischen Botschaft besuchten die vier deutschsprachigen TeilnehmerInnen der „EU-Canada Study Tour Thinking Canada“ die Jahrestagung der Gesellschaft für Kanadastudien, die in ihrem Titel passend die Wörter „Rethinking Canada“ trug. Der dreitägige Kongress fand in Grainau, in einem pittoresk gelegenen Hotel am Fuße der Zugspitze, statt. Im Folgenden möchte ich, als Teil der Delegation des BIKQS, kurz einige persönliche Eindrücke und „Highlights“ der Konferenz schildern.

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Was meinen Adrenalinspiegel betrifft, so war wohl unsere 15 minütige Präsentation am ersten Abend der Konferenz ein großer Moment. Vor einem Publikum, das sich neben dem kanadischen Botschafter und weiteren diplomatischen Gesandten auch durch viele namhafte Kanadisten auszeichnete, durften wir über unsere Erfahrungen in Kanada sprechen. Neben der allgemeinen Darstellung des Programms sprach jeder Teilnehmer über einen Aspekt, der ihn besonders fasziniert hatte.

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Inhaltlich wurden die zahlreichen Workshops der Tagung unter dem großen Thema „Post/Kolonialismus neu denken“ gefasst. Die Kontroverse um einen potentiellen „Kolonialismus“ Kanadas wurde 2009 durch die Behauptung des Premier Ministers Stephen Harper „[Kanada habe] keine Kolonialgeschichte“ (GKS Programm 2011: 2) ausgelöst. In den fachlich interessanten Vorträgen wurde diese provokante These von verschiedenen Seiten beleuchtet. Für mich war die differenzierte Reflexion und Aktualisierung des Konzepts „Kolonialismus“ sehr anregend. So wurden in verschiedenen Veranstaltungen die Kolonialbeziehungen in der Besiedlungsgeschichte Kanadas durch Frankreich und England bis hin zu den heutigen Beziehungen zwischen den „Founding Nations“ und den „First Nations“ auf (post-) koloniale Tendenzen und Färbungen untersucht. Die Vorträge verharrten dabei nicht nur in einer historisch-politischen Perspektive, sondern bezogen auch literatur-, kultur- und kunstwissenschaftliche Ansätze und Projekte mit ein.

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Die insgesamt beste Erfahrung auf der Tagung bestand schließlich in dem Kontakt zu meinen Weggefährten aus Kanada, sowie der Möglichkeit mich mit kenntnisreichen Kanada-Interessierten aus ganz Europa auszutauschen.

BIKQS-Vertretung in Grainau 2011

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v.l.n.r.
1. Reihe: Norbert Schaffeld, Barbara Schaffeld, Katrin Berndt, Steffen Schneider

2. Reihe: Jana Nittel, Alexej Schlotfeldt, Sebastian Müller