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Montréal: Kanadisch-kulinarische Reise durch den Tag

Anja Schuchardt arbeitet als Videoredakeurin für das Fachmagazin "Die Bioküche" vom Verlag Neuer Merkur in München. Den Urlaub an der Westküste Kanadas nutzte sie um zu erfahren, was die Kanadier über das Thema Nachhaltigkeit und Bio denken. Während ihres Geographiestudiums war sie bereits für 4 Monate in Montréal und hat dort für einen Radiosender gearbeitet. Auf dem Youtube-Kanal von "Die Bioküche" gibt es eine bunte Mischung von Filmen aus Vancouver, Montréal und München zum Thema Bio.

Lust auf Bioburger oder doch lieber ein deftiges Stück Rauchfleisch? In den Straßen Montréals wird mit über 4000 Restaurants jeder Geschmack bedient. Ein Blick in die versteckten Gassen lohnt sich. Dort lässt sich zu vielen Bissen ein Stück Geschichte erzählen.

Zum Frühstück: das berühmte Lochgebäck

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Am frühen Morgen gibt es keine Alternative zur ersten Bagelfabrik Montréals „Fairmount Bagel“ im jüdischen Viertel. Sie nennt sich Fabrik, doch das Gebäude ähnelt eher einer kleinen gemütlichen Backstube. Mit der Erfindung der Bagelmaschine, Anfang der 60er Jahre, wurde der Bagel immer mehr kommerzialisiert. Doch hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Bagel werden immer noch per Hand gerollt und nach dem ursprünglichen Rezept von Großvater Schlafmann, der es 1919 von Russland importierte, im Steinofen gebacken. Irwin Schlafmann leitet die Bäckerei inzwischen in dritter Generation. Wie es dort aussieht zeigt dieser Film: http://www.youtube.com/user/DieBiokueche#p/u/9/1i5xfufzEZs

Zum Mittagessen: Bio-Fastfood

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Woraus besteht wohl ein vegetarischer Bioburger? Die Antwort klingt zunächst nicht sehr aufregend, es sind nämlich hauptsächlich Linsen. Bei „Bonnys“ sind das Besondere an den Gerichten die ausgefallenen Kreationen und Gewürze. Bereits seit über 20 Jahren kocht Bonny ohne Fleisch, vor sieben Jahren eröffnete sie „Bonnys“. Es ist das bisher einzige vegetarische Restaurant in Montréal, das sich zusätzlich auf Bioprodukte spezialisiert hat. Der Film aus der Küche inspiriert zum Kochen: http://www.youtube.com/user/DieBiokueche#p/u/8/nUptChlA6BM

Am Nachmittag: nicht süß, sondern deftig

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Die Empfehlung lautet kein Stück Kuchen, sondern ein deftiges Sandwich mit Rauchfleisch. Meist ist die Schlange vor „Chez Schwartz`s“ einige Meter lang und bis nach draußen klingt das Schneiden der Messer. Schafft man es schließlich in das kleinen Restaurant mit Imbissbudencharakter bis vorne an die Theke, bleiben zwei Auswahlmöglichkeiten: mager oder durchwachsen wird das Fleisch ganz einfach zwischen zwei Toastscheiben mit scharfem Senf serviert.

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„Fleischschneider“ ist übrigens ein anerkannter Beruf. Der Cutter von „Chez Schwartz`s“ verrät in diesem Film, was das Fleisch so besonders macht: http://www.youtube.com/user/DieBiokueche#p/u/10/QAR5wqcW-F4

Zum Abendessen: ein Prosit der Gemütlichkeit

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Ein Stück Heimat in Montréal. Doch in erster Linie kehren nicht die Bayer, sondern die Kanadier ein. Trixie führt seit sieben Jahren ein bayerisches Restaurant in einem Vorort von Montréal. Sie fand einen Metzger, der Weißwürste produziert und einen Kanadier, der gerne bayerisch kocht. Am frühen Morgen dient die Küche als Bäckerei, damit sie auch Brot und süßes Gebäck nach deutschem Rezept servieren kann. Ausgeschenkt wird natürlich bayerisches Bier. Nur der Name bleibt mit „Petit Munich“ québécois. Wie die Kanadier das „Klein München“ finden zeigt der Film: http://www.youtube.com/user/DieBiokueche#p/u/12/tgVnqM5U2MU

Als Mitternachtssnack: frisch, heiß und käsig

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In Québec gilt sie als eine Spezialität der franko-kanadischen Küche, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so frisch und appetitlich scheint. Die klassische Poutine ist ein Haufen Fritten mit Bratensoße und weißen Käsebrocken. Aber diese Brocken, genannt „cheese curds“, sind das Markenzeichen einer wirkliche guten und frischen Poutine. Der Käse sollte nämlich nicht älter als ein Tag sein, sonst quietscht er nicht zwischen den Zähnen, was auf den hohen Wassergehalt im Käse zurückzuführen ist. Viele Fastfood-Ketten bieten Poutine an, es lohnt jedoch ein Besuch in der „Banquise“. Das Restaurant mit Familientradition serviert 27 verschiedene Poutinevariationen und das rund um die Uhr. Der Film macht Appetit auf Fastfood: http://www.youtube.com/user/DieBiokueche#p/u/11/dPLRMqrJ4co