Deutsch als Zweitsprache/Fremdsprache

Forschung

Beschreibendes Bild

Schreibförderung in der multilingualen Orientierungsstufe

In einer longitudinalen Interventionsstudie und ausgehend von Erkenntnissen der Mehrsprachigkeits- und Schreibforschung wird untersucht, wie unterschiedlich profilierte Schreibarrangements Schreibfähigkeiten in der 6. Klasse im Deutschen und Türkischen intra- und interlingual fördern können. An der Studie nahmen 322 Schülerinnen und Schüler mit und ohne Zuwanderungsgeschichte in Gymnasien, Gesamtschulen und Oberschulen in Bremen und Nordrhein-Westfalen teil.

Sie wird im Regelunterricht der Sprachen Deutsch und Türkisch durchgeführt.

Kooperationspartner: Prof. Dr. Torsten Steinhoff, Universität Siegen
Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
(FKZ: 01 JM 1304 A)
Laufzeit: 01.10.2013 – 30.09.2016

Beschreibendes Bild

Textrevisionen in der multilingualen Orientierungsstufe

Das Projekt ist ein Anschlussvorhaben zur Interventionsstudie „Schreibförderung in der multilingualen Orientierungsstufe“ (SimO). Die Texte und Daten, die im SimO-Projekt produktbezogen ausgewertet wurden, sollen nun prozessbezogen im Hinblick auf Textrevisionen analysiert werden. Auf diese Weise können wertvolle Erkenntnisse zu Schreiblernprozessen mono- und bilingualer Schülerinnen und Schüler gewonnen werden, insbesondere zu den bislang kaum erforschten interlingualen Lernprozessen. Das Teilprojekt A (Bremen) konzentriert sich auf Textrevisionen im Türkischen und interlinguale Revisionszusammenhänge, das Teilprojekt B (Siegen) fokussiert Textrevisionen im Deutschen und Zusammenhänge zwischen Textrevisionen und individuellen Merkmalen.

Kooperationspartner: Prof. Dr. Torsten Steinhoff, Universität Siegen
Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
(FKZ: 01 JM 1601 A)
Laufzeit: 01.10.2016 – 30.09.2019

Beschreibendes Bild

Transfer des Bildungswortschatzes von der Schriftlichkeit in die Mündlichkeit in den Sachfächern der Sekundarstufe I. Eine Interventionsstudie am Beispiel des Erklärens in der 8. Jahrgangsstufe

Das Vorhaben untersucht den Transfer des Bildungswortschatzes von der Schriftlichkeit zur Mündlichkeit und fokussiert dabei die gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächer in der 8. Jahrgangsstufe. Dazu werden erfolgversprechende Lernumgebungen entwickelt und auf ihre Wirksamkeit überprüft. Ziel ist die Entwicklung eines Fördermodells, das Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I darin unterstützt, mündliche bildungssprachliche Kompetenzen in den Sachfächern zu erwerben.

Kooperationspartner: Prof. Dr. Torsten Steinhoff, Universität Siegen
Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
(FKZ: 01 JI 1601 B)
Laufzeit: 01.01.2016 – 31.12.2018

EuroComGerm

Personen, die sich für die (europäische) germanische Sprachenfamilie – und nicht nur einzelne Sprachen oder Zweige – interessieren, bietet EuroComGerm die Möglichkeit, sich gleichzeitig mit mehreren germanischen Sprachen zu beschäftigen, Lesefähigkeiten zu entwickeln und rezeptive Sprachenkompetenzen auszubilden. Schlüssel hierfür sind die Sieben Siebe als Lernkonzept der europäischen Interkomprehension. Anhand von Deutsch und Englisch als Brückensprachen werden systematisch Dänisch, Isländisch, Niederländisch, Norwegisch und Schwedisch Schritt für Schritt durchgesiebt, um das Ziel der selbstständige Interkomprehension zu erreichen.

Vorgelegte Dissertationsstudien

Anne Kathrin Wenk

„Interlinguale Förderung von Schreibfähigkeiten bilingualer Schülerinnen und Schüler. Die Wirksamkeit sprachlich unterschiedlich profilierter Schreibarrangements im Deutschunterricht auf die Schreibfähigkeiten in der Familiensprache Türkisch.“ (Arbeitstitel)

Im Rahmen einer longitudinalen Interventionsstudie wird der Frage nach der Wirksamkeit sprachlich profilierter Schreibarrangements im Deutschunterricht auf die Schreibfähigkeiten in der Familiensprache Türkisch nachgegangen. Dabei ist insbesondere von Interesse, ob ein interlingualer Transfer stattfindet, und wenn ja, ob die Förderung bestimmter Wissensstrukturen in einer Sprache eher zur Weiterentwicklung sprachlicher Fähigkeiten in einer anderen führt. Damit wird die Studie zum einen der zunehmend erkannten Relevanz einer Entwicklung literaler Fähigkeiten in der Familiensprache gerecht und orientiert sich andererseits an den institutionellen Bedingungen eines geringen Unterrichtsangebots im Türkischen. Die Studie fokussiert die sprachliche Handlung des Beschreibens und dabei insb. die Personenbeschreibung. Etwa 80 SuS der 6. Klasse mit dem Wahlfach Türkisch partizipieren durchgängig an einem von vier unterschiedlich profilierten Schreibarrangements im Fach Deutsch. Für die drei Experimentalgruppen wird je nach Profilierung die Basisaufgabenstellung ergänzt mit unterschiedlichen sprachlichen Hilfestellungen in Form von funktionsbezogenen Schemata und/oder spezifischem Ausdruckswissen. Um einer möglichen Interdependenz sprachlicher Systeme nachzugehen, nehmen die SuS in jeweils derselben Woche an einer Erhebung mit Basisaufgabenstellung im Türkischunterricht teil. Die Erhebung bildet einen Teil des BMBF-Verbundprojekts „Schreibförderung in der multilingualen Orientierungsstufe“ (SimO).

Dissertationsprojekte

Britta-Katharina Ehrig

„Entwicklung literal-sprachlicher Kompetenzen im ersten Jahr der gymnasialen Oberstufe – schülerbedingte Faktoren einer gelingenden sprachlichen Weiterentwicklung im Angesicht leistungs- und sprachheterogener Lerngruppen.“ (Arbeitstitel)

Die Förderung (schrift-)sprachlicher Kompetenzen wird nicht nur in der Primar- und Mittelstufe, sondern auch in der gymnasialen Oberstufe benötigt. Das vorhandene und erzielte (schrift-)sprachliche Wissen (s. Abraham 2014)  in höhere Schulstufen ist jedoch kaum erforscht. Im Rahmen einer Longitudinalstudie an Bremer Schulen soll der Frage nachgegangen werden, wie sich die sprachliche Teilkomponente der Schreibkompetenz (die literal-sprachliche Kompetenz; s. Feilke 2014) der Schülerinnen und Schüler im Laufe des ersten Jahres der gymnasialen Oberstufe wandelt und welche schülerbedingten Faktoren (wie z. B. Sprachaffinität, Lernbereitschaft, sprachlicher Hintergrund) dabei eine Rolle spielen. Grundlage der Analyse bilden in regelmäßigen Abständen erhobene argumentative Texte. Ziel ist es, erste Aufschlüsse darüber zu geben, welche sprachlichen Elemente besonders bei leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern in der Oberstufe förderungsrelevant sein könnten.

Christian Gill

„Entwicklung der Lesekompetenz von SeiteneinsteigerInnen nach dem Übergang in den Regelunterricht der Sekundarstufe I.“

Die Migrationsbewegungen der letzten Jahre, die vornehmlich durch die Flucht vor Krieg und Verfolgung, aber auch durch die EU-Binnenwanderung bedingt sind, führten wie in der gesamten Bundesrepublik auch in Bremen und Hamburg zu einem starken Anstieg der Zahl der in Vorkursen und Internationalen Vorbereitungsklassen unterrichteten SchülerInnen. Ein Ziel dieser Sprachfördermaßnahmen in der Sekundarstufe I besteht darin, die L2-Lesekompetenz so auszubilden, dass eine Teilnahme am Regelunterricht ermöglicht wird. Bisher liegen allerdings keine empirisch gesicherten Befunde zur Frage vor, ob die Lesekompetenz nach dem vollständigen Übergang in die Regelklasse ausreicht, um die geforderten Texte zu bewältigen. Zudem wurde noch nicht untersucht, wie sich die zweitsprachliche Lesekompetenz nach dem vollständigen Übergang in den Regelunterricht entwickelt. Hier setzt die longitudinale Dissertationsstudie an, im Rahmen derer Teilfertigkeiten des Leseverständnisses neu zugewanderter SchülerInnen des 7. und 8. Jahrgangs mit denen der RegelschülerInnen der aufnehmenden Klassen im Laufe eines kompletten Schuljahres verglichen werden. Als Messinstrumente der Breitenstudie dienen sowohl normierte Lesetests als auch in unterschiedlichen Fächern eingesetzte Lesetexte. Ziel der vier Erhebungen ist es, den Erwerbsverlauf für SeiteneinsteigerInnen im Kontext der Regelbeschulung nachzuzeichnen. Neben dem Produkt rückt die Prozessperspektive in den Fokus, indem in der sich anschließenden Tiefenstudie u.a. das Lesestrategienrepertoire von ausgewählten neu zugewanderten SchülerInnen mit Erstliteralisierung im Arabischen untersucht wird.