Mouseion für Sprache zu Bremen
Niederlassung der Aussteller für Sprachen im Diskurs

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In Bremen wird im Jahr 2009 ein Prozess zur Etablierung des Mouseion für Sprache initiiert, das sich der Sprache mit ihren Spektren widmet. Der Begriff von Mouseion ist der griechisch-römischen Antike entliehen und findet mit dem Thema Sprache eine gegenwartsbezogene Abstimmung. Während der Antike sind die Mouseia in Europa, Nordafrika und Kleinasien aufgrund ihres interdisziplinären Zugangs federführende Forschungs- und Wissenszentren.

Das Mouseion für Sprache zielt konzeptionell auf verlorengegangenes Zusammenwirken, das in der Wiedergewinnung der Verbindung von Sprache, Kultur, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Technik enthalten ist. Auf diese Weise stellt das Mouseion für Sprache eine Plattform dar, die diverse Disziplinen im Rahmen von Ausstellungen zusammenführt. Ausstellungen zur Sprache, nationaler und internationaler Dialog wie die Aufklärung stehen im Mittelpunkt des Vorhabens. Demnach verkörpert das Mouseion ein die Entwicklung übergreifendes Ideenfahrzeug und ist somit weltweit ein Unikat.

Eine erste Präsentations- und Diskussionsfläche wird u.a. im Bremer Haus der Wissenschaften, im Foyer der Glocke und der Jacobs-Universität während des Festivals der Sprachen geboten. (17.09.2009 – 07.10.2009) Darüber hinaus sind bundesweite und internationale Kontakte im Aufbau.

Das Mouseion für Sprache setzt auf Ausstellungen im Viermonatstakt, die aufgrund ihrer Konzipierung ebenso als Wanderausstellungen funktionieren. Die Bearbeitung der Themen geht dem Ansatz nach, rückblickend den voraussichtlichen Verlauf der Entwicklungen mit ihrer Wirkung in die Gegenwart sichtbar zu machen. Gleichermaßen werden rein gegenwartsbezogene Themengebiete Hinweise auf ihre Hintergründe enthalten. Inwieweit und ob der prognostische Blick Raum finden wird, zeigt sich in der weiteren Verwirklichung des Mouseion.

Reale und aufgezeichnete Sprachbeiträge, plastische wie virtuelle Dioramen und Panoramen sind, neben anderen, gewählte Präsentationsformen. Virtuelle Techniken ermöglichen es, Hintergründe, Pfade wie Zusammenhänge des Phänomens Sprache und Lebenswelt zu entdecken. Die interaktive Zugänglichkeit und Aneignung der Ausstellungen wird für die BesucherInnen vertiefende Einblicke in die Themen ermöglichen.

Die Kooperation mit der örtlichen Infrastruktur (Spielhäuser, Theater, ...) bringt Veranstaltungen in größerem Umfang hervor, wozu Erfahrungs-, Erlebnis- und Zeitzeugenberichte, Chorauftritte und Filmvorführungen inclusive Stummfilm (Mimik) mit Klavier zählen. Nicht zu vergessen, die Geschichten- und MärchenerzählerInnen, deren Beiträge in die Diskussion zur Mythen- und Archetypenbildung überleiten können.

Das Mouseion für Sprache kann auf diese Art und Weise Phänomene der Sprache mit ihren Inhalten und den damit verbundenen Lebenswelten offenlegen und macht damit nicht vor der Wahrnehmung der Rezipienten halt, sondern sensibilisiert die Wahrnehmung für Sprachen über die Gesellschaften Europas hinaus. Folglich zielt dieser Ansatz auf einen soziokulturellen Erkenntnisgewinn und eine Wirklichkeitserkundung, die in die öffentliche Meinungsbildung der Gegenwart einmündet.

Dr. Uwe Fichtler

Dipl.Ing.Architekt Dierk Jordan