Veranstaltungskalender des Fachbereich 10

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Dienstag, 24. Oktober 2017, 18:00 | Wallsaal Stadtbibliothek, Am Wall 201

Podiumsdiskussion: Celal Başlangıç (Journalist und ehemaliger Redaktionsleiter bei Cumhuriyet, Gründer vonArtı Gerçek und Arti-TV in Köln)

Die Manipulation der Eigentumsverhältnisse der türkischen Medien durch die AKP

Auf dem Podium diskutieren:

  • Prof. Dr. Betül Yarar (Universität Bremen, FB 12 mit Philip Schwartz-Initiative)
  • Dr. Çetin Gürer (Universität Bremen, Zentrum für Arbeit und Politik mit Philip Schwartz-Initiative)

Moderation:

Dr. Ulrike Flader (Universität Bremen, FB 9)

Übersetzer: Oliver Kontny (Berlin)
Organisation: Prof. Dr. Kerstin Knopf (Universität Bremen, INPUTS), Dr. Ulrike Flader

Abstract:

Auch wenn die regierende AKP es leugnet, ist es eine Tatsache, dass die türkischen Medien momentan dem dunkelsten und repressivsten Kapitel ihrer Geschichte ausgesetzt sind. Die internationalen Presserechtsorganisationen weisen der Türkei im Hinblick auf die Pressefreiheit noch nicht einmal einen Platz unter den ersten 150 Ländern zu. Jede/r zweite inhaftierte Journalist/in weltweit sitzt gerade in einem türkischen Gefängnis. Hunderte Presseorgane, Zeitschriften, TV-Sender, Nachrichtenagenturen und Verlage wurden mit Ausrufung des Ausnahmezustands nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 verboten und geschlossen. Dies ist nur die sichtbare Seite der Repression, die unsichtbare Seite geht darüber hinaus: Schon nach dem Regierungswechsel durch die AKP in 2002 wurde ein großer Teil der Inhaber von Rundfunkanstalten und Zeitungen ausgetauscht und fast alle dieser Medienorgane gingen in die Hände der neuen Geschäftsleute über, die der AKP und Erdogan nahestehen. Obwohl auch in der „alten“ Türkei die Regierungen diesen Medieneigentümern bestimmte Geschäftsaufträge zu kommen ließen, werden in der „neuen“ Türkei von heute jedoch die auf verschiedene Art und Weise in Beschlag genommenen Zeitungen und Rundfunkanstalten direkt an Erdogan- und AKP-treue Geschäftsleute übergeben. Das Ausmaß des Wechsels der Eigentumsverhältnisse bei Medienunternehmen allein unter der laufenden AKP-Regierung übersteigt die Gesamtsumme aller Wechsel, die jemals in der Geschichte der modernen Türkei stattgefunden haben.

Donnerstag, 6. Juli 2017, 16:15–17:45 | GW2 B2.900

Vortrag: Dr. Dirk Siepmann (Universität Osnabrück)

Wie lernt man Wissenschaftsenglisch zu schreiben? – Schwierigkeiten fortgeschrittener Lerner und ihre Behebung unter besonderer Berücksichtigung von Lehr- und Wörterbüchern

Es laden ein: Prof. Dr. Markus Callies – Prof. Dr. Claudia Harsch – Prof. Dr. Hans Krings

Nach einer einleitenden Betrachtung der Relevanz verschiedener schreibdidaktischer Ansätze für die Schreiblehre im universitären Kontext konzentriert sich der Vortrag in erster Linie auf rekurrente Probleme fortgeschrittener Schreiber des Englischen. Auf der Grundlage von Lehrbüchern, die der Autor (mit-)gestaltet hat, werden ausgewählte Wissenskomponenten und deren Vermittlung vorgestellt, die zur Behebung solcher Probleme beitragen können, und zwar auf mehreren Ebenen: 1) der lexiko-grammatischen bzw. konstruktionellen Ebene (unter Berücksichtigung der Textsorte) 2) der Ebene der Informationsstruktur 3) der Ebene des wissenschaftlichen Stils. Für jede dieser Ebenen wird darauf eingegangen werden, wie die Bereitstellung verschiedener, teilweise „neuer“ Typen von Informationen in einem in Erarbeitung befindlichen Wörterbuch für deutsche Schreiber des Englischen nutzbringend sein kann.

Dirk Siepmann hat eine Professur für Fachdidaktik am Institut für Anglistik/ Amerikanistik der Universität Osnabrück. Er beschäftigt sich neben anderen Forschungsschwerpunkten seit vielen Jahren mit der Vermittlung der englischen Wissenschaftssprache mit Blick auf Nicht-MuttersprachlerInnen des Englischen. Dazu hat er u.a. mehrerer Ratgeber verfasst. Er ist auch Autor des ‚Wörterbuchs Hochschule Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch’, das 2015 erschienen ist und mittlerweile bereits in vierter Auflage vorliegt.

Donnerstag, 15. Juni 2017, 09:15–10:30 | GW2 A3.340 (CIP-Labor)

Vortrag: Dr. Nikola Dobric (Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Österreich) | English Linguistics

Assessing High-Stakes Writing Performances – An Austrian-Slovenian Study

Before the advent of the Common European Framework of Reference for Languages (CEFR), assessments of written production in L1, L2 or FL settings in Europe tended to be based either on error counts or on necessarily subjective intuitive judgements made by the individual teacher or examiner. Inherent in the CEFR is a preference for judging rather than counting in the practice of assessment, which is informed by a philosophy that focuses predominantly on positive (norm- adequate)  features.  This  approach  has  indeed  helped  in  making  the  assessment  of  language proficiency more uniform, reliable and possibly valid. However, it has diverted attention from the fact  that  an  error  (a  non-norm-adequate  instance  of  performance)  is  also  a  valid  and  highly indicative manifestation of learner language at a particular stage of development towards full proficiency. This discrepancy between the suggested (and CEFR informed) focus on positive features in assessment  and the seemingly  persistent  practice  of assessing  language  competences  on the basis  of  error  counts  raises  interesting  questions  in  terms  of  our  ability  to  provide  objective judgements regarding the essential qualities of test usefulness (e.g. validity, reliability, impact, practicality, and others). And at the time when standardized testing is making great inroads into education systems, investigations into the said usefulness seem more necessary than ever and large-scale studies of the nature of standardized language testing are hence in high demand. The main focus is then to investigate the (quantitative and qualitative) extent to which negative features (errors) contribute to ratings (as opposed to, or in combination with, positive ones). This translates into  one  major  (research)  question  which  needs  to  be  answered  in  order  to  achieve  this  aim: whether in rating writing performances one can observe the apparently opposing foci on positive and negative features as complementary – in essence that either focus (or a combination of both) would produce similar ratings (following the intuitive idea that if something is not negative then it is positive).

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Kontakt: Prof. Dr. Marcus Callies, callies@uni-bremen.de

Donnerstag, 11. Mai 2017, 10:00–12:00 | GW2 A3.570

Vortrag: Ian Hatcher (New York)

Forging patterns with machinic performances

Forging patterns with machinic performances, an artist talk by Ian Hatcher

Ian Hatcher, whose work was featured in the Shapeshifting Texts exhibition, will present an artist talk on Thursday, May 11th at 10:00, in GW2-A3570. This talk is organized by the project “Shapeshifting Texts: keeping track of electronic literature”, and the course “Human-Machine: the process of meaning-making in digital texts”. No registration required.

Ian Hatcher is a writer, sound artist, and programmer whose work explores cognition in the context of digital systems. Recent output includes a vinyl/mp3 record, Drone Pilot (cOsmOsmOse 2017); a print poetry collection, Prosthesis (Poor Claudia 2016); and numerous screen poems, including the iOS app Abra, created with Amaranth Borsuk and Kate Durbin. His code-inflected vocal performances have been widely presented in North America and Europe. He received his MFA from Brown University and lives in New York.

Author’s webpage: http://ianhatcher.net/.

Donnerstag, 4. Mai 2017, 09:45–11:00 | GW2 A3.340 (CIP‐Labor)

Vortrag: Dr. Aysin Sahin Kizil (Fırat Üniversitesi Elazığ, Türkei) | English Linguistics

On the Use of Discourse Markers in Learner English: A Corpus Based Contrastive Study

Einladung zum Gastvortrag. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Kontakt: Prof. Dr. Marcus Callies, callies@uni-bremen.de

Mittwoch, 3. Mai 2017, 14:15–15:45 | GW2 A3.340 (CIP‐Labor)

Vortrag: Dr. Aysin Sahin Kizil (Fırat Üniversitesi Elazığ, Türkei) | English Linguistics

Teaching Collocations through Web‐Based Concordancing: A Corpus Informed Quasi-Experimental Study

Einladung zum Gastvortrag. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Kontakt: Prof. Dr. Marcus Callies, callies@uni-bremen.de

Donnerstag, 27. April 2017, 14:00–16:00 | GW2 A3.770

Vortrag: Nico Nassenstein (Universität Köln) | INPUTS

Ma(r)king a difference on Facebook: Border thinking in Rufumbira and the Third Space

3. Gastvortrag der INPUTS-Vortragsreihe "Changing ecologies: language, culture and the environment"

Mittwoch, 1. Februar 2017, 18:00–20:00 | GW2 B3.009

Aus der Reihe: WoC-Ringvorlesung „Macht im Widerspruch“

Vortrag: Prof. Dr. Susanne Schattenberg (Universität Bremen) | Verbundforschungsinitiative "Worlds of Contradiction"

Leonid Breschnew – oder die Kunst, einen westlichen Staatsmann zu mimen

Abstract:
Die sowjetische Diplomatie befand sich von Beginn an vor dem Dilemma, das westliche Protokoll als bourgeois abzulehnen, aber kein eigenes, „sozialistisches“ Comme-il-faut entwickeln zu können. Die Antwort auf die westlichen Standards variierte von Akzeptanz und Nachahmung über Persiflage und Nichtbeachtung bis zu Unterlaufen und Sabotage. Der Widerspruch bestand darin, die diplomatischen Standards als Produkt der kapitalistischen Welt bloßstellen zu wollen, aber gleichzeitig auf ein Procedere und eine gemeinsame Sprachebene angewiesen zu sein. Jeder der sowjetischen Parteiführer ging mit diesem Widerspruch anders um und löste ihn auf seine eigene Weise. Es wird gezeigt, mit welchen Mitteln Breschnew versuchte, sich seinen westlichen Gesprächspartnern anzupassen und dabei den Spagat zwischen kommunistischer Doktrin und westlicher Repräsentation vollführte.

Donnerstag, 26. Januar 2017, 14:15 | GW2, Raum B1.630

Vortrag: Prof. Dr. Michael Cysouw (Universität Marburg)

Sprachwissenschaft anhand von Paralleltexten

Donnerstag, 26. Januar 2017, 19:00 | Villa Ichon (Kaminzimmer), Bremen, Goetheplatz 4

Lesung: Ralph Grüneberger | Universität Bremen (Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften) und das Bremer Literaturkontor

„Die Saison ist eröffnet“ – Neues aus Leipzig

Ralph Grüneberger liest Kurzprosa und stellt neue Gedichte vor

Am Donnerstag, den 26.01.2017, liest der Leipziger Schriftsteller Ralph Grüneberger in der Villa Ichon, Bremen.

Ralph Grüneberger, Absolvent des Literaturinstituts Johannes R. Becher (Leipzig) und in der Folge mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, ist in unterschiedlichen literarischen Genres unterwegs. So veröffentlicht er neben den Gedichten und Prosaarbeiten Liedertexte, Essays, Monographien, Hörbücher und Texte für Kinder. Viele Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Darüber hinaus hat er sich als Vorsitzender der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, als Herausgeber der Zeitschrift Poesiealbum neu sowie als Organisator literarischer Veranstaltungsreihen national und international einen Namen gemacht.

Zu den großen Themenfeldern Grünebergers gehören urbane Arbeitswelten ebenso wie die ländlichen Regionen der Krise, historische Erinnerungsorte ebenso wie die Lebensläufe ausgewählter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Stets dokumentiert sich in seinen Texten ein Literaturverständnis, das auf Sichtbarmachung soziopolitischer Schieflagen und damit zugleich auf Handlungsveränderung setzt. Den Orientierungsrahmen dafür bildet in vielen der Gedichte Grünebergers Heimatstadt Leipzig. Die Bedeutung dieser Stadt für die Lyrik von Ralph Grüneberger hat der Bremer Schriftsteller Michael Augustin sehr zutreffend wie folgt zusammengefasst: „An diesem Ort hat er seinen unverwechselbaren Sound geschult, hier wurde ihm die Welt an der Wiege gesungen. Hier in der Bücherstadt hat er seine Stimme gefunden, mit der er souverän über alles reden kann: über die Liebe, den Tod, die Geschichte, über New York, Kleinkleckersdorf und sich selbst.“

Moderation: Prof. Dr. Norbert Schaffeld

Mittwoch, 25. Januar 2017, 16:00–18:00 | GW2 B2.890

Aus der Reihe: Gender Culture Feminism

Vortrag: 

Queer Linguistics

Prof. Dr. Ingo H. Warnke und Dr. Hanna Acke (Universität Bremen, FB 10)

‚Schwulenclub’, ‚Gay-Club’ oder ‚LGBT-Club’ – die unterschiedlichen Bezeichnungen von Opfern bzw. eines Tatorts nach dem Attentat von Orlando zeigen deutlich, dass in der öffentlichen Wahrnehmung  Uneinigkeit darüber herrscht, wie man Menschen und ihre Lebensräume bezeichnen will, Menschen, die nicht in den vertrauten Alltag kategorialer Gewissheiten eingefügt werden. Abhilfe für solche begrifflichen Unsicherheiten – die für sich genommen schon interessant genug sind –  will beispielsweise ein Glossar schaffen, das bei Zeit-Online erschienen ist, und sich zum Ziel setzt, „Erhellung“ in eine Debatte zu bringen.

Aus der Perspektive der Queer Linguistics ergeben sich für einen solchen Kontext und vor allem auch gesprochen aus einem solchen Kontext zahlreiche Fragen, auf die wir in unserem Vortrag eingehen wollen. Dabei werfen wir einerseits einen Blick auf queere Ansätze in der Linguistik und andererseits einen queeren Blick auf die Linguistik selbst. Ein grundsätzlicher Widerspruch erscheint dabei zwischen kategorialer Partikularisierung von Kategorisierungen und dem Ziel zu bestehen, Kategorien und binäre Strukturen im queeren Projekt gerade aufbrechen zu wollen. So umfasst etwa die Benennung ‚LGBT(Q)(...)’ eine Auflistung von Identitätsentwürfen, die zwar einerseits die binäre Einteilung in Hetero- und Homosexualität in Frage stellen soll/kann, gleichzeitig aber gerade durch ihre Kombination zu einer Essentialisierung beitragen kann, die in einem antikategorialen Projekt fragwürdig ist. Kann über den Ausdruck und das Konzept ‚queer’ und über Ansätze der Queer Linguistics eine kategoriale Entgrenzung und ein Aufbrechen insbesondere binärer Strukturen gelingen? Oder tragen solche Ansätze selbst – wie der teilweise als essentialisierend kritisierte Vorgängeransatz der ‚lavender linguistics’ – zu einer Festschreibung von Kategorien bei?

Für Studierende zur Vorbereitung empfohlen: 
Motschenbacher, Heiko. 2011. Taking Queer Linguistics Further: Sociolinguistics and Critical Heteronormativity Research. International Journal of the Sociology of Language (212). 149–179

Donnerstag, 19. Januar 2017, 18:00–20:00 | GW2 B1.820

Aus der Reihe: WoC-Ringvorlesung „Macht im Widerspruch“

Vortrag: Prof. Dr. Martin Saar (Universität Leipzig) | Verbundforschungsinitiative "Worlds of Contradiction"

Umstrittene Macht

Abstract:
Politik ist ganz offensichtlich eine Frage der Macht. Aber die theoretische Frage, wie politische (und soziale) Macht angemessen zu verstehen sei, beschäftigt die sozial­wissenschaftliche Debatte seit langem, und es konkurrieren ganz unterschiedliche und teils völlig inkompatible Vorschläge hierzu, was diesem scheinbar so einfachen Grundbegriff etwas Mehrdeutiges gibt. Denn es spielt eine Rolle, ob sich der Blick auf Phänomene der Verhinderung, der Blockade oder der Gewalt richtet oder auf Prozesse der Ermächtigung, Befähigung oder der Konstitution; und beide Bereiche lassen sich sinnvoll als Machtfragen beschreiben. Interessanterweise gehen hier die theoretische Problematik der Begriffsdefinition („Was ist Macht?“) und die praktische Zuschreibung von Handlungsfähigkeit an faktische Akteur/innen („Wer kann in dieser Situation was tun und was nicht?“) ineinander über. Das – auch sozialwissenschaftliche – Sprechen über Macht scheint also selbst (auch) ein politischer Akt der Benennung möglichen oder unmöglichen Handelns oder Widerstands zu sein, der Streit um den Machtbegriff (auch) ein Streit um die richtige Beschreibung der Machtverhältnisse.

Mittwoch, 18. Januar 2017, 18:00–20:00 | GW2 B3.009

Aus der Reihe: WoC-Ringvorlesung „Macht im Widerspruch“

Vortrag: Dr. Katja Mielke (Bonn International Center for Conversion) | Verbundforschungsinitiative "Worlds of Contradiction"

Power, positionality, and belonging: Reflections on camp dwellers in Kabul

Abstract:
The lecture explores the positionalities of different groups of camp dwellers who are currently living throughout several urban camps in Kabul. Positionality is understood to encompass both, social position as a set of (power)structure-induced effectivities and social positioning as set of practices, actions and meanings. As relational disposition of individuals or groups, positionality is contingent on power constellations in respective temporal, spatial, social and geographic contexts that shape and potentially modify it. Departing from the assumption of the camp residents’ immobilization in-between places, their current self-positioning in the process of seeking belonging can be traced in locality-generating practices. Simultaneously, camp residents are subject to context-producing effects by external events and forces linked not only to government (non-)policies but also to the global war on terror and exposure to neoliberal capitalism. The incapacity of the state to meet camp dwellers’ expectations to provide shelter and income opportunities enhances social immobility, which is both a cause and effect for/of forced spatial immobilization. In light of the friction between efforts to belong and increasing fixation of the status quo, the locality-generating practices of camp residents in Kabul illustrate ambivalence. The insights build on ethnographic interview and other field research data collected in Kabul’s camps from 2012 until 2015.

Vortrag in deutscher Sprache.

Mittwoch, 18. Januar 2017, 16:00–18:00 | GW1 B0.100

Aus der Reihe: Aktuelle Themen der Linguistik

Vortrag: Prof. Dr. Daniel Schreier (Universität Zürich) | Postcolonial Language Studies

How new dialects form: competing theories

Dienstag, 17. Januar 2017, 16:15 | GW2, Raum B3.010

Vortrag: Dr. Nicole Perry (University of Auckland, New Zealand)

Adventure on the South Seas: Christian Kracht's 'Imperium' and the Real August Engelhardt

Christian Kracht’s 2012 blockbuster Imperium highlights Germany’s imperial legacy in the South Pacific and has awakened a new interest in the former German colonies of the South Pacific. His protagonist, the delicate but driven August Engelhardt, a character one could only believe to be a creation of fiction, is based on the founder of the ‘Coconut Cult’.

Kracht writes of a Germany driven by excess and greed, which he juxtaposes with Engelhardt and his desire for an alternative lifestyle. This presentation examines Kracht’s imperial critique and introduces the real August Engelhardt, writer of A Carefree Future (1898), advocate of a coconut diet and sun worship, whose lifestyle and person was in stark contrast to that of the Wilhelminian German of the late 19th Century.

Nicole Perry is a Lecturer in German at the University of Auckland, New Zealand. She is also co-director of the Research Centre for Germanic Connections in New Zealand and the South Pacific. After completing her PhD at the University of Toronto in Germanic Languages and Literatures, Nicole was a Postdoctoral Fellow at the University of Vienna. She is currently a Lise Meitner Programme fellowship holder based at the University of Vienna for her project ‘Performing Germanness, Reclaiming Aboriginality’, which discusses North American Indigenous reexaminations of the German ‘Indianer’ image. 

Alle Interessierten sind recht herzlich eingeladen. Weitere Informationen: Dr. Jana Nittel (jnittel@uni-bremen.de)

Mittwoch, 11. Januar 2017, 16:00–18:00 | GW1 B0.100

Aus der Reihe: Aktuelle Themen der Linguistik

Vortrag: Danae Perez (Universität Bremen / Universität Zürich) | Postcolonial Language Studies

Alles dreht sich um Früchte, Kaffee und Koka. Das afrobolivianische Spanisch in seinem Kontext

„Dieser Beitrag ist dem Afro-Yungueño gewidmet, eine verschwindende Kontaktvarietät des Spanischen, die von der kleinen afrobolivianischen Gemeinschaft in der Nähe von La Paz gesprochen wird. Nach einer Einführung in die strukturellen Besonderheiten dieser Varietät werde ich sowohl den soziokulturellen, also auch den wissenschaftlichen Kontext beschreiben, in dem sich das Afro-Yungueño entwickelt und behauptet hat.“

Mittwoch, 11. Januar 2017, 18:00–20:00 | GW2 B3.009

Aus der Reihe: WoC-Ringvorlesung „Macht im Widerspruch“

Vortrag: Prof. Dr. Martin Nonhoff (Universität Bremen) | Verbundforschungsinitiative "Worlds of Contradiction"

Demokratische Gleichheit und oligarchische Macht – ein aufhebbares Spannungsverhältnis?

Die diskursive Kraft der modernen Demokratie rührt insbesondere von ihrem Versprechen her, die Freiheit und Gleichheit ihrer sich selbst regierenden Bürger*innen nicht nur sichern zu können, sondern zum Ankerpunkt ihres Selbstverständnisses zu machen. Dieses Versprechen ist einerseits ein unbedingtes Versprechen, aber andererseits zugleich wird es offensichtlich immer wieder aufs Neue gebrochen. Auch in Demokratien herrschen letztlich wenige über viele, sei es, weil sie gewählt sind, sei es, weil sie in kapitalistischen Rechts- und Wirtschaftsordnungen fast unhinterfragt dazu autorisiert sind, durch den Einsatz von Kapital die Leben anderer maßgeblich zu beeinflussen. Ich werde in meinem Vortrag dieses Spannungsverhältnis, das das demokratische Versprechen umgibt, ausleuchten. Dabei wird sich zeigen, dass demokratische Gleichheit und oligarchische Macht zwar grundsätzlich aufeinander verwiesen sind; dass aber zugleich spezifische Konstellationen oligarchischer Macht immer wieder auf erlebbare Weise gebrochen werden müssen, wenn das demokratische Versprechen seine Kraft nicht verlieren soll.

Mittwoch, 11. Januar 2017, 18:00 | GW2 A3.570

Vortrag: Dr. Priscilla Layne (German Studies, University of North Carolina at Chapel Hill)

Afrodeutsche und Afro-Futurismus

Öffentlicher Gastvortrag in deutscher Sprache.

Mittwoch, 21. Dezember 2016, 18:00–20:00 | GW2 B3.009

Aus der Reihe: WoC-Ringvorlesung „Macht im Widerspruch“

Vortrag: Prof. Dr. Carolin Patzelt (Universität Bremen) | Verbundforschungsinitiative "Worlds of Contradiction"

Akteure der Emergenz kolonialer Sprachideologien in Hispanoamerika: Die widersprüchliche Rolle der Missionare

Der Vortrag diskutiert die allmähliche Herausbildung eines sprachlichen Kolonialismus in Hispanoamerika als Resultat eines komplexen sprachhistorischen Diskurses auf verschiedenen, einander ergänzenden Ebenen und stellt dabei vor allem die bislang kaum beachtete Rolle der von spanischen Missionaren verfassten Grammatiken amerindischer Sprachen während der Kolonialzeit in den Mittelpunkt.

Es wird aufgezeigt, dass der metasprachliche Diskurs in den Missionarsgrammatiken vom 16.-18.Jh. eine Entwicklung aufweist, die eine zunehmend kritische Bewertung der dokumentierten indigenen Sprachen erkennen lässt. So dominiert in den Grammatiken des 16.Jh. zunächst die Bewertung der indigenen Sprachen nach der sprachlichen Apologetik der Renaissancezeit, während in späteren Werken allmählich das Problem einer effizienten interethnischen sowie transregionalen Verständigung zu dominieren beginnt. Dieses gipfelt zunächst in einer Hierarchisierung sprachlicher Varietäten und später schließlich auch in einer Hierarchisierung von Sprecherethnien.

Die skizzierte Entwicklung des metasprachlichen Diskurses in den Grammatiken der Missionare verläuft dabei, so wird aufgezeigt, parallel zu zentralen sprachpolitischen Dynamiken der Epoche, wodurch sich eine (zumindest indirekte) Beteiligung der Missionarsgrammatiken an der schrittweisen Herausbildung eines sprachlichen Kolonialismus in Hispanoamerika manifestiert.

Mittwoch, 21. Dezember 2016, 16:00–18:00 | GW1 B0.100

Aus der Reihe: Aktuelle Themen der Linguistik

Vortrag: Prof. Jim Martin (Department of Linguistics, University of Sydney Martin Centre for Appliable Linguistics, Shanghai Jiao Tong University)

Functional Language Typology: a discourse semantic perspective

Abstract:

Butler (2005: 4), in one of his many overviews of the major tenets of ‘functionalism’ argues that “a functional theory must take fully into account the essential connection between language and (a) cognition and (b) the social and cultural context of language use.” What tends to be elided in these discussions is the place of co-textual relations as we attempt to interface (a) grammar and cognition or (b) grammar and social context. In this presentation I’ll address this elision from the perspective of discourse semantics, as developed in systemic functional linguistic theory (e.g. Halliday & Hasan 1976, Martin 1992, Martin & Rose 2007). In particular I’ll focus on some typological issues arising from consideration of the systems of ideation, conjunction, identification, periodicity, appraisal and negotiation as we try to understand how language has been shaped by its use.

  • Butler, C 2005 Functional approaches to language. C S Butler, M de los Angeles Gomez-Gonzalez & S M Doval-Suarez [Eds.] The Dynamics of Language Use. Amsterdam: Benjamins.
  • Halliday, MA K & R Hasan 1976 Cohesion in English. London: Longman.
  • Martin, J R 1992 English text: system and structure. Amsterdam: Benjamins.
  • Martin, J R & D Rose 2007 Working with Discourse: meaning beyond the clause. [2nd edition] London: Continuum.

Montag, 9. Januar 2017, 14:15–15:45 | IW3 0390

Vortrag: Prof. Dr. Cora Dietl (Universität Gießen) | Institut für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung

Spiel, Tanz und Gesang als Medien religiöser Unterweisung und Selbstversicherung im spätmittelalterlichen Weihnachtsspiel

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 18:00–20:00 | GW2 B3.009

Aus der Reihe: WoC-Ringvorlesung „Macht im Widerspruch“

Vortrag: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer (Universität Bremen) | Verbundforschungsinitiative "Worlds of Contradiction"

Dynamiken interreligiöser Begegnung

Abstract:

In diesem Vortrag möchte ich auf meine Forschungen zu interreligiösem Konvivalismus und Konflikt und den Machtdynamiken interreligiöser Arrangements insbesondere zwischen ChristInnen und MuslimInnen eingehen. Interreligiöser Dialog ist spätestens seit 9/11 eine staatlich geförderte sicherheitspolitische Maßnahme, die auch dem Ziel der Regierbarmachung der MuslimInnen in Deutschland dient. In meinem Vortrag möchte ich Ergebnisse aus meinen unterschiedlichen empirischen Untersuchungen zum Thema vorstellen, und dabei auf die diversen Motive, Ziele und Praktiken der beteiligten religiösen Gemeinschaften wie einzelner Akteure Bezug nehmen. Es zeigen sich hier deutlich widersprüchliche Haltungen, Erwartungen und Ansprüche, die dann im Austausch hart aneinander geraten können bzw. unvereinbar miteinander sind - dennoch agieren viele Gruppen verhältnismäßig kontinuierlich und stabil.

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 16:00–18:00 | GW2 B2.890

Aus der Reihe: Gender Culture Feminism

Vortrag: Dr. Jennifer Henke (Universität Bremen)

Studying the Body in Literature and Film

What are body studies? What role does the body play in literature and film? How can we understand the term “embodiment”? What is the body anyway?

These and other issues will be addressed against the backdrop of feminist and gender studies. First, we will discuss the question of the body’s ontology and the way it is constructed in fiction. Second, we will explore the social role of the body and its “body politics” while paying special attention to the female body in society. Last but not least we will turn to selected examples in contemporary film and focus on a particular female body on screen: the cyborg. The aim of this lecture is to emphasize the importance of bodies as meaning machines by turning to cultural artefacts.

Mittwoch, 7. Dezember 2016, 16:00–18:00 | GW2 B2.890

Aus der Reihe: Gender Culture Feminism

Vortrag: Christine Müller (Universität Bremen)

Gender, Science, and Literature

Science has long been considered a male domain. The conjunction of science with masculinity and its disjunction with femininity becomes not only visible when looking at the history of science, but also when studying the literary depiction of the scientist throughout the centuries: all of the scientist characters that Roslynn Haynes lists in her comprehensive study From Faust to Strangelove: Representations of the Scientist in Western Literature (1994) are men. In recent decades, however, the fictional image of the scientist has begun to change: modern-day writers show an increasing interest in depicting the (often difficult) professional and private lives of women scientists. In my lecture, I will show how contemporary novels and plays about female scientists reflect upon the manifold and complex relations between gender, science, and society.  

Mittwoch, 7. Dezember 2016, 12:15–13:45 | GW2 B3.010

Aus der Reihe: Bremen Masterclasses on Multimodality

Vortrag: Kristy Beers Fägersten (Södertörn University in Schweden) | Bremer Institut für transmediale Textualitätsforschung (BITT)

Alcohol Consumption in Contemporary Swedish Comic Strips

Mittwoch, 30. November 2016, 18:00–20:00 | GW2 B3.009

Aus der Reihe: WoC-Ringvorlesung „Macht im Widerspruch“

Vortrag: Prof. Dr. Martina Winkler (Universität Bremen) | Verbundforschungsinitiative "Worlds of Contradiction"

Wem gehören die Kinder? Staat, Familie und Experten im Pädagogikdiskurs sozialistischer Gesellschaften

Der Vortrag behandelt die Frage nach dem Interesse verschiedener Akteursgruppen (staatliche Institutionen, Eltern, Pädagogen etc) an Kindern, Kindheit und Erziehung. Davon ausgehend, dass Kinder in modernen Gesellschaften als wichtige ökonomische und symbolische Ressource betrachtet werden, wird die Frage danach gestellt, wem in sozialistischen Gesellschaften die Verfügungsmacht über diese Ressource zugesprochen wurde. Während die traditionelle Perspektive gern von einer totalen Verstaatlichung der Kindheit in sozialistischen Gesellschaften ausging und diese gern mit einem westlichen, an Privatheit orientierten Familienkonzept kontrastierte, zeigen neuere Forschungen eine deutlich stärkere Komplexität. Der Vortrag diskutiert neue empirische Forschungserkenntnisse ebenso wie die Frage nach den methodischen und konzeptionellen Vorteilen, die das alte Widerspruchskonzept offenbar mit sich brachte. Schließlich wird die Bedeutung eines contradictions-Konzeptes für die politisch und emotional hoch aufgeladene Kindheitsforschung generell betrachtet.

Mittwoch, 30. November 2016, 12:15–13:45 | GW2 B3.010

Aus der Reihe: Bremen Masterclasses on Multimodality

Vortrag: Paulina Burczynska (SensoMotoric Instruments Berlin) | Bremer Institut für transmediale Textualitätsforschung (BITT)

Exploring Multimodal Linguistics with Eye-Tracking Technolgy

Paulina Burczynska wird über die Vorteile von Eye-Tracking-Methoden in der (multimodalen) Linguistik sprechen und einige Geräte der Firma SensoMotoric Instruments mitbringen, die wir dann gemeinsam ausprobieren können. Da es sich bei der Veranstaltung um ein gesponsertes Event handelt, bitten wir um kurze, kostenfreie Registrierung unter dem folgenden Link: https://smivision.givezooks.com/events/workshop-exploring-multimodal-linguistics-with-eye-trac. Dort finden Sie auch ein ausführlicheres Abstract sowie weitere Informationen. 

Mittwoch, 23. November 2016, 12:15–13:45 | GW2 B3.010

Aus der Reihe: Bremen Masterclasses on Multimodality

Vortrag: Christoph Wolf (Universität Bremen) | Bremer Institut für transmediale Textualitätsforschung (BITT)

Visual Layout in Manga – A Comparative Diachronic Study

Mittwoch, 23. November 2016, 16:00–18:00 | GW2 B2.890

Aus der Reihe: Gender Culture Feminism

Vortrag: Dr. Christian Schmitt (Universität Bremen)

Bewegte Männer. Männlichkeit(en) im Actionfilm

Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Für Fragen zu Details oder zum Programm stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Dr Karin Esders (esders@uni-bremen.de)
Alex Kind (alex.kind@uni-bremen.de)

Organisiert mit Unterstützung des Kollektivs der Dezentralen Frauenbeauftragten des FB10
Sprecherin: Irmgard Maassen

Dienstag, 22. November 2016, 18:00 | Wallsaal Stadtbibliothek, Am Wall 201

Aus der Reihe: Bremer Denkanstöße

Vortrag: Alexander Häusler (Hochschule Düsseldorf) | Institut für postkoloniale und transkulturelle Studien (INPUTS)

Neuer Rechtsruck in Deutschland – Ursachen, Merkmale und Auswirkungen

Auf dem Podium diskutieren:

  • Prof. Dr. Ulrike Liebert (Politikwissenschaftlerin, Universität Bremen)
  • Cedric Essi, M.A. (Literatur- und Kulturwissenschaftler, INPUTS, Universität Bremen)
  • Dr. Henrike Müller (Abgeordnete Bündnis 90/Die Grünen, Bremer Bürgerschaft)

Moderation:

Prof. Dr. Sabine Broeck (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, INPUTS, Universität Bremen)