Projekt (Modul LS-4)
Der Studienplan für das Hauptfach
Linguistik / Language Sciences (B.A.) sieht im 2. Semester des
1. Studienjahres ein Projekt (Modul LS-4) im Umfang von 5 CP vor,
das thematisch an eines der Basismodule gekoppelt ist:
- LS-1: Allgemeine Linguistik
- LS-2: Computerlinguistik
- LS-3: Angewandte Linguistik
Die Studierenden wählen sich ein Modul und treffen mit dem oder der jeweils zuständigen
Modulverantwortlichen Absprachen über Art, Form und Inhalt des Projektes.
Wichtiger Hinweis: Die folgende Auflistung
hat vorläufigen Charakter und dient lediglich der Vorab-Information. Änderungen
und Ergänzungen sind also jederzeit möglich.
Projekte in Verbindung mit Modul LS-1: Allgemeine Linguistik
Vergleichende Grammatik: Sammlung, Aufbereitung und Auswertung sprachlicher
Daten (Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Kontaktperson:
Elisabeth Verhoeven)
Ziel des Projektes ist es, mit der in Referenzgrammatiken zur Verfügung gestellten
Information vertraut zu werden und diese unter einem spezifischen Gesichtspunkt
für eine vergleichende Studie auszuwerten.
Schritte:
- Auswahl eines der Themen aus der unten stehenden Liste;
- Zusammenstellung einer Stichprobe von 20 Sprachen, zu denen Zugang durch eine Referenzgrammatik
besteht (SuUB Bremen, z.B. unter der Signatur A Ori oder Fernleihe). Die Stichprobe
sollte im Hinblick auf das gewählte Thema sinnvoll sein.
- Auswertung der Referenzgrammatiken zum gewählten Thema;
- Zusammenstellung der Ergebnisse in Form einer schriftlichen Hausarbeit.
- Die schriftliche Hausarbeit sollte folgende Punkte beinhalten:
- Überblick über die im gewählten Thema relevanten Parameter der Variation
- Vergleichende Darstellung der Ergebnisse zu den Einzelsprachen
- Auswertung / Kommentierung der Ergebnisse bzgl. der gewählten Stichprobe
- Liste der verwendeten Literatur.
Liste möglicher Themen:
- Wortstellung
- Kopf- und Dependentmarkierung
- Tonsysteme
- Phonemsysteme, z.B.
- Grammatische Kategorien, z.B.
- Kasus
- Numerus
- Genus
- Person
- Tempus
- Aspekt
- Modus
Wenn Sie sich für eines dieser Themen entschieden haben, erhalten Sie Literaturempfehlungen,
die Ihnen helfen können, einen inhaltlichen Überblick über das Thema zu erwerben.
Auf der Basis dieser Literatur entwerfen Sie dann Ihre empirische Untersuchung zu
den Einzelgrammatiken.
Projekte in Verbindung mit Modul LS-2: Computerlinguistik
Folgende Projekte werden immer angeboten und können als LS-4 durchgeführt werden.
Weitere Projekte können jederzeit vorgeschlagen werden! Kreativität ist gefragt!
- Automatische Generierung: Entwicklung oder Weiterentwicklung einer funktionalen
Grammatik einer beliebigen Sprache (Computerlinguistik; Kontaktperson:
John Bateman)
Generierungsgrammatiken existieren schon für die folgenden Sprachen, diese könnten
getestet und weiter ausgebaut werden:
Englisch, Deutsch, Russisch, Chinesisch, Französich, Spanisch, Bulgarisch, Tschechisch,
Griechisch, Niederländisch.
Oder Sie können eine neue Grammatik für eine andere Sprache schreiben.
Schritte::
- Auswahl einer Sprache
- Review von existierenden Sprachressourcen
- Einführung in das Generierungssystem KPML
- Auswahl einer Menge von zu behandelnden Phänomenen
- Entwurf einer Grammatik oder Grammatikerweiterung
- Testen
- Projektbericht
- Automatische Generierung: Türkisch
(Computerlinguistik; Kontaktperson: John Bateman)
Eine Generierungsgrammatik des Türksichen liegt vor. Sie ist in einer der ursprünglichen
Grammatiksprachen in der Computerlinguistik geschrieben: Functional Unification
Grammar. Ziel dieses Projekts wäre es, soweit wie möglich diese Grammatik für das
in Bremen entwickelte Generierungssystem KPML nutzbar zu machen.
Schritte:
- Einführung in Functional Unification Grammar (FUG)
- Einführung in das System FUF
- Einfürhung in das System KPML
- Beschreibung der Unterschiede zwischen den beiden Systemen, und die Art und Weise
damit Grammatiken zu schreiben.
- Übersetzung der türkischen Grammatik aus FUF in KPML
- Testen
- Projektbericht
- Automatische Analyse: Dialog (Computerlinguistik; Kontaktperson:
John Bateman)
Schritte:
- Theoretische Betrachtung der Combinatory Categorial Grammar (CCG) und ihre Analyse
von Sätzen
- Die in CCG verwendete Art der semantische Repräsentation
- Installation und Übung mit OpenCCG
- Erweiterung eines kleines Grammatikfragments in CCG von Dialogszenarien
- Projektbericht
- Automatische Analyse: 'sublanguages’ und 'controlled languages’
(Computerlinguistik; Kontaktperson: John Bateman)
Schritte:
- Theoretische Betrachtung der sogenannten 'Controlled Languages’ und ihre Beziehung
zum linguistischen Begriff von 'Register’ und Sprachvarietäten.
- 'Attempto Controlled English’ (ACE): Eigenschaften und Anwendungen
- Die in ACE verwendete Art der semantischen Repräsentation
- Installation und Übung mit der Attempto Controlled English parsing Engine
- Entwurf und Durchführung einer Evaluierung mit einer Testsuite
- Projektbericht
Projekte in Verbindung mit Modul LS-3: Angewandte Linguistik
Projektbeschreibung: Wegfindung in GW2
Kontaktperson: Thora Tenbrink
Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung einer Wegfindungsunterstützung, damit Besucher
und Studienanfänger sich im Universitätsgebäude GW2 besser zurecht finden können.
GW2 ist bekanntermaßen ein äußerst komplexes Gebäude, in dem sich Neuankömmlinge
häufiger verlaufen. Karten und Hinweise in der Umgebung selbst reichen häufig nicht
aus, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. In diesem Projekt geht es darum,
eine schriftliche Information zu erstellen. Diese soll das Gebäude so erklären,
dass es intuitiv einleuchtend und hilfreich ist. Die Leser sollen die Beschreibung
problemlos verstehen. Sie sollen darin möglichst genau die Menge an räumlicher Information
finden, die nötig sind, um ihr Ziel zu erreichen (ein Zuviel an Information würde
zu weiterer Verwirrung führen).
Dieses Ziel wird in diesem Projekt in mehreren Schritten angestrebt. Dies erfordert
eine aktive Beteiligung und Initiative durch die Studenten in mehrfacher Hinsicht:
- Als erstes machen sich die Studenten mit den wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnissen
vertraut, die für die Aufgabe relevant sind (Routenbeschreibungen und Wegfindungsaspekte).
Dieser Schritt bedeutet zielgerichtete Literaturrecherche in diesem sehr breiten
und vielseitigen Gebiet – immer mit dem konkreten Ziel dieses Projekts im Blick.
- Parallel zu dieser theoretischen Arbeit sollten die Studenten sich zum Ziel setzen,
sich bestens in GW2 auszukennen und zurechtzufinden.
- Als nächstes werden die Studenten kurze, aber wohlüberlegte zielgerichtete empirische
Studien in GW2 durchführen, die die Sammlung von natürlichen Sprachdaten zu der
räumlichen Umgebung in GW2 zum Ziel haben. Zum einen geht es hier um die Exploration
von Strategien, die Menschen anwenden, um sich in GW2 zurechtzufinden. Zum anderen
geht es um die Art und Weise, in der Routenbeschreibungen für verschiedene Ziele
und Zwecke in GW2 spontan gegeben werden.
- Der nächste Schritt ist die Auseinandersetzung mit den gesammelten Sprachdaten.
Hier werden die Studenten mit den zeitaufwändigen und komplizierten, aber notwendigen
Prozeduren linguistischer Analyse konfrontiert: Transkription, Annotation nach bestimmten
vorher definierten oder auch schrittweise entwickelten Kriterien, und Interpretation
im Hinblick auf die Projektziele.
- Die Ergebnisse der Studie (oder mehrerer kombinierter Studien) sollen dann zu einer
nützlichen schriftlichen Navigationshilfe verarbeitet werden. Dies kann durch hilfreiche
Bebilderung (Karten oder Kartenausschnitte) erweitert werden.
- Gemeinsam wird überlegt, in welcher Form die Ergebnisse für Besucher und Studienanfänger
zu bestimmten Gelegenheiten verfügbar gemacht werden können.
Die Projektziele können sowohl individuell oder (vorzugsweise) als Teamwork bearbeitet
werden. Keine Teilgruppe wird alle Aspekte von Wegfindung abdecken können, die in
diesem Szenario relevant werden. Unter folgenden Aspekten kann ausgewählt werden:
- Suche nach bestimmten Einrichtungen oder Anlagen
- Suche nach bestimmten Räumen
- Erkundung von GW2, um sich damit vertraut zu machen
- Suche nach einer Anzahl verschiedener Plätze und Orte in GW2 (in einer sinnvollen
Reihenfolge)
- Das Gebäude möglichst schnell im Falle eines Notfalls verlassen können.