Language Sciences (M.A.)

Master of Arts Language Sciences Bremen

Wie in Bremen die Language Sciences organisiert sind - Aufriss

Es gibt in der nationalen wie internationalen universitären Landschaft traditionell eine Großzahl von Fächern, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln Sprache und Sprachen als Forschungsobjekt widmen. Dies sind in erster Linie die Empirische, Theoretische und Angewandte Linguistik in ihren unterschiedlichen Ausprägungsformen und die zahlreichen Nationalphilologien sowie eine Reihe von anderen akademischen Disziplinen, die z.T. außerhalb des geisteswissenschaftlichen Kernbereichs liegen (wie z.B. die Informatik). Die Language Sciences (= LS) sind interdisziplinär konzipiert, weil sie gleichermaßen Eigenschaften von Sprache(n) berücksichtigen, die struktureller, gesellschaftlicher, kognitiver, historischer, kommunikativer oder anwendungsbezogener Natur sind, um nur eine Auswahl von besonders wichtigen Facetten zu nennen. 

Um dem komplexen Phänomen der Sprache(n) wissenschaftlich gerecht werden zu können, ist eine multifaktorielle Sichtweise nötig. In diesem Sinne vereint der MA LS die Expertise aller sprachwissenschaftlich forschenden und lehrenden Fächer des FB 10 unter einem Dach und ermöglicht auf diese Weise den fächerübergreifenden Dialog und die für alle beteiligten Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit. In Bremen kooperieren im Rahmen des MA LS Linguistik, Anglistik, Germanistik und Romanistik in diesem Sinne.

Forschungsorientierung

Der MA LS ist forschungsorientiert. Der Studiengang ist daher dem von der Universität Bremen ausgelobten Prinzip des Forschenden Lernens verpflichtet. Ergänzend dazu verstehen die maßgeblich am Programm des MA LS Beteiligten ihre Seminare als Versuchsfelder des Forschenden Lehrens. Die Themen der angebotenen Lehrveranstaltungen sind demgemäß von den jeweils aktuellen Forschungsinteressen der Dozent*innen bestimmt und richten sich am (wechselnden) Diskussionsstand der betreffenden sprachwissenschaftlichen Disziplin aus. D.h. u.a. dass die in Bremen angebotenen Module aus Veranstaltungen bestehen, in denen Dozent*innen und Studierende gemeinsam an der Lösung von linguistischen Problemen arbeiten und dabei auch explorativ Neuland betreten. Man kann an dieser Stelle vom Ideal gemeinsamer Forschungsprojekte auf der Ebene der Lehre sprechen. Ziel ist es dabei, die Studierenden adäquat auf eine im weiten Bereich der Sprachforschung liegende akademische Karriere vorzubereiten. Den besten Absolvent*innen steht die Perspektive einer Promotion offen, sofern sie ein sprachwissenschaftlich sinnvolles Thema in den Rahmen eines an der Universität Bremen betriebenen Forschungsprojekts stellen können.

Die Bremer Sprachwissenschaften haben eine beachtliche Forschungsbilanz aufzuweisen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat beispielsweise vor Ort diverse mehrjährige Projekte finanziell gefördert – darunter z.B. auch die international auf großes Interesse stoßenden sprachtypologischen Projekte zur Komitativ-Typologie (1996-2002), zur Alienabilitätskorrelation (2002-2004), zur Totalen Reduplikation (2006-2008) und jetzt jüngst zu den Räumlichen Interrogativa (2016-2019). In Bremen wurde in Zusammenarbeit von Linguistik und Germanistik ein neues Forschungsprogramm – die Koloniallinguistik – ins Leben gerufen, das u.a. in ein dreijähriges Projekt im Rahmen der von der Universität Bremen gewonnenen Exzellenzinitiative mündete. An neuen Projektideen wird unablässig gearbeitet, sodass die Bandbreite der in Bremen angesprochenen Themen für die Studierenden ständig Erweiterung erfahren. 

Die Volkswagen-Stiftung und die Fritz-Thyssen-Stiftung haben seit 1996 zahlreiche Tagungen, die von Bremer Sprachwissenschaftler*innen organisiert wurden, finanziert (z.B. Romancization world-wide (2005) und Language Empires in Comparative Perspective (2013)). Die Universität Bremen war zudem 2006 Gastgeberin der Jahrestagung der Societas Linguistica Europaea (SLE). Zusammen mit den Sprachwissenschaftler*innen der Nachbaruniversität in Oldenburg veranstalten die Bremer Linguist*innen alljährlich das Nordwestdeutsche Linguistische Kolloquium (NWLK), auf dem die laufenden sprachbezogenen Forschungsprojekte der beiden Universitäten der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Anlässlich solcher Konferenzen und der zahlreichen in jedem Semester angebotenen Gastvorträge von Kolleg*innen aus aller Welt begegnen sich nicht nur die internationalen Expert*innen und tauschen sich über bestimmte Fragestellungen aus, sondern Studierenden wird die Gelegenheit gegeben, große Namen des Faches kennenzulernen, die Diskussionskultur aus nächster Nähe zu erleben und die Avantgardethemen der Disziplin zur Kenntnis zu nehmen.