VAK Titel der Veranstaltung Dozent/In Semester
10-GS-09-07 Die szenische Lesung: Theaterstücke präsentieren zwischen Lesen und Schauspielen
Blockveranstaltung, bestehend aus einer Einführungssitzung und einem Kompaktwochenende (Termin wird noch bekannt gegeben) (ECTS: 4)
BL am Fr, 06.11.09 von 16:00 - 19:00 GW2 B3770
Richter-Nilsson, Christine (LB)
Siewerts, Ute (Org.)
WiSe 2009/10
Kurzbeschreibung:

Wer schon einmal zugehört hat wie Schauspieler ein Theaterstück "vorlesen", weiß, dass eine szenische Lesung weit über das Ablesen des Textbuches hinausgehen kann: die Szenen sind angeprobt, die Schauspieler tragen Kostümteile oder verwenden Requisiten, die ihre Figuren charakterisieren und geben den verschiedenen Rollen durch ihr Schauspiel bereits ein Gesicht. Tische, Stühle und eine simple Grundeinrichtung markieren Räume und Situationen. Musik, Ton und Licht verwandeln den Text in eine szenische Lesung, die in Raum und Zeit verortert ist.

Der szenischen Lesung liegt eine eigens für die Lesung eingerichtete Textfassung zugrunde, die meistens vom Dramaturgen eingestrichen wird. Diese "Strichfassung" begrenzt sich auf die wichtigsten Szenen, streicht Regieanweisungen und alles, was für eine stringente Präsentation des Handlungsablaufs nicht benötigt wird.

Eine weitere Voraussetzung der szenischen Lesung ist die Regiearbeit. Ein Regisseur teilt den Text in Szenen und Situationen ein, definiert einen dramaturgischen Bogen, macht Vorschläge für die Interpretation der Figuren und entwickelt eine szenische Fantasie: Wo stehen, liegen oder sitzen die Figuren im Raum und welche Einrichtungsgegenstände sind dafür vonnöten. Ist es dunkel oder hell, soll Musik die Szenen rhythmisieren, welche Geräusche oder Sounds braucht man, um eine bestimmte Atmosphäre herzustellen. Was brauchen die Schauspieler, um ihre Figuren zu kennzeichnen, welche Kostüme, Schminke und welche Requisiten?

Unter professioneller Anleitung sollen kleine Ensembles für je ein ausgewähltes zeitgenössisches Theaterstück gebildet werden, um gemeinsam die Strichfassungen und eine szenische Herangehensweise an den Theatertext zu entwickeln. Das Praxisseminar gibt damit Einblick in den Berufsalltag am Theater und in die praktischen Aufgaben des Schauspieldramaturgen.

Das Blockwochenende soll in einem Theaterraum in Bremen stattfinden. Die genauen Termine sowie der Veranstaltungsort werden zu Semesterbeginn (ab 15.10.2009) bekannt gegeben und die ausgewählten Stücke im Semesterapparat DRAMATURG

im 3. Stock der UB bereitgestellt!

Das Praxisseminar findet kompakt statt und ist in drei Teile gegliedert:

Termin im November 2009

1) Einführungssitzung: Ablauf des Seminars, Präsentation der Theaterstücke, Besetzung, Einführung Strichfassung.

Kompaktwochenende Januar/Februar 2010

2) Einrichtung des Textes: Die Strichfassung

An Beispielen werden Kriterien für die Erstellung der Strichfassung erarbeitet. Erstellung der Strichfassungen in Gruppenarbeit. Entwicklung eines "Regiekonzepts". Was wird gebraucht? Technische Anforderungen, Requisitenliste etc.

3) Szenische Erarbeitung des Textes: Probenarbeit und Aufführung. Probenarbeit der einzelnen Produktionen und abschließende Aufführung vor dem Plenum.

Zur Erreichung der 4 Kreditpunkte für dieses Seminar wird erwartet:

  • Anwesenheit an allen Seminartagen und aktive Teilnahme
  • Lektüre aller ausgewählten Theaterstücke
  • Einrichtung eines Theaterstückes / "Strichfassung"
  • Szenische Probenarbeit
  • Präsentation der szenischen Lesung

Anmeldung:

Die Teilnehmeranzahl ist auf 20 Teilnehmer begrenzt. Anmeldung über Stud.IP

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