Italianistik (nur für Fortgeschrittene)

Studiengang B.A. Italianistik (Studienbeginn vor WS 2011/2012; keine Neueinschreibungen mehr möglich. Italianistische Lehrgegenstände im Rahmen der BA Frankromanistik und Hispanistik (Vertiefungsmodul))

Italienisch ist in der Bundesrepublik Deutschland nach Englisch, Französisch und Spanisch die viertwichtigste Fremdsprache. Dies zeigen einschlägige Bedarfsunter­suchungen für Handel und Industrie, für Technik und Wissenschaft oder zum Über­setzungsumfang. In den deutschen Volkshochschulen belegten im Jahr 2002 über 200.000 Erwachsene einen der rund 19.000 Italienischkurse. Die Zahlen sind absolut und relativ zu anderen Fremdsprachen seit vielen Jahren steigend. Auch an den öffentlichen Schulen gibt es immer mehr Interesse für Italienisch. Gleichwohl leidet insbesondere das Italienische unter der restriktiven Schulsprachenpolitik in den meisten deutschen Bundesländern. Wo immer man Italienisch als Alternative an Schulen angeboten hat, hatte es schnell großen Zulauf zu verzeichnen. Dies gilt auch für Bremen, wo alle Italienisch-AGs gut besucht sind und die Nachfrage steigt. In diesen Trend stellt sich auch die Romanistik mit ihrem Angebot eines Nebenfach-BA Italianistik.

Die Italianistik ist ein kanonischer Studiengegenstand innerhalb des Fachs Romanistik und ein traditionsreiches geisteswissenschaftliches Fach. Als Nebenfach-Studiengang bietet sie insbesondere für die geistes- und kulturwissenschaftlichen Hauptfächer eine ideale Ergänzung.

Die Schwerpunkte der Bremer Italianistik liegen in kulturwissenschaftlichen Arbeits- und Forschungsbereichen, die sich mit der Sprache, Literatur, Geschichte und Gesellschaft Italiens befassen. Besondere Beachtung finden zum einen Transkulturalitäts- und Postkolonialismusforschungen, d.h. internationale und globale Zusammenhänge, zum anderen regional begründete Spezifika in Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Landeswissenschaft und Sprachpraxis. Die Akzentuierung der Heterogenität der italienischen Kultur verdeutlicht die Vielgestaltigkeit aller kulturellen Phänomene aus Sicht der einzelnen methodischen Disziplinen. Mittels dieses programmatischen Ansatzes wird die italienische Kultur nicht nur im Weltkontext verortet, sondern ist auch in der deutschen, insbesondere der Bremer Geisteswissenschaft gezielt verankert.

Der Bachelor-Studiengang Italianistik bietet eine solide sprach-, literatur- und landeswissenschaftliche Grundausbildung, die für viele Berufsbilder einschlägig ist. Integraler Bestandteil des Studiums ist u.a. ein Modul, in dem die Studierenden frühzeitig mit konkreten Berufsperspektiven vertraut gemacht und für eine spätere Berufstätigkeit sensibilisiert werden. Spezialisierungen auf bestimmte Felder innerhalb der italienischen Linguistik, Literatur- oder Landeswissenschaft sind möglich, wobei die einzelnen Modulbeschreibungen die jeweiligen Studienziele festlegen. Auch durch die Auswahl entsprechender General-Studies-Elemente im Rahmen des BA-Hauptfach-Studiums können die Studierenden, ihren Interessen und Neigungen folgend, individuelle Profile ausbilden. Aus formalen Gründen kann im Rahmen von Nebenfach-Studien kein Auslandsaufenthalt vorgeschrieben werden. Es wird jedoch allen Studierenden des NF Italianistik dringend empfohlen, einen 4-6 Monate dauernden Aufenthalt in Italien in ihren Studienaufbau einzuplanen.

Der BA Italianistik vermittelt insbesondere die folgenden (je nach gewähltem Profil vertiefbaren) Kenntnisse und Fähigkeiten:

  • Rezeptive und produktive Beherrschung der italienischen Sprache in Wort und Schrift einschließlich der Fähigkeit, differenziert über komplexe fachliche Zusammenhänge kommunizieren zu können;
  • Fähigkeit, sich in interkulturellen Situationen der romanischen Welt adäquat zu verhalten und andere darin zu beraten;
  • Kompetenz, sich in verschiedene Bereiche der europäischen und internationalen Beziehungen eigenständig kurzfristig einarbeiten zu können;
  • Überblick über die wichtigsten Bereiche der sprachwissenschaftlich fundierten Beschreibung und Analyse des Italienischen und seiner Varianten einschließlich seiner Beziehungen zu anderen romanischen Sprachen und der kontrastiven Analyse zum Deutschen;
  • Einblick in ausgewählte Bereiche der Literatur- und Landeswissenschaft (Profilbildung möglich in italienischer Literatur und Kultur im Kontext postkolonialer Studien, Literatur- und Kulturtheorie insbesondere der romanischen Kontexte unter Einschluss der Komparatistik und Migrationstheorien, Fragen von Gender und feministischer Literaturwissenschaft in der Romania);
  • historisch und politisch begründetes Verständnis von Prozessen und Ereignissen in ausgewählten Ländern der romanischen Welt;
  • Fähigkeit zu Analyse und kritischem Kommentar von literarischen, journalistischen und wissenschaftlichen Texten;
  • Erlernen geeigneter fachspezifischer Präsentations- und Kommunikationstechniken und der dazu notwendigen schriftlichen und mündlichen Kompetenz im Italienischen.

Der BA-Studiengang Italianistik kann als Nebenfach gewählt und mit zahlreichen anderen Studiengängen kombiniert werden. Das Nebenfachstudium Italianistik bereitet auf ein weiterführendes Studium vor und eröffnet nach dem BA-Abschluss den Zugang zu verschiedenen in Planung befindlichen Master-Studiengängen. So beteiligt sich der Studiengang Italianistik an dem komparatistischen MA-Studiengang Transnationale Literaturwissenschaft (voraussichtlich ab 2008/09) und an den in Planung befindlichen MA-Studiengängen Romanische Literaturen sowie Linguistik.

Die studierendenfreundliche Betreuungsrelation im BA Italianistik und kleine Lerngruppen fördern einen intensiven Austausch der Studierenden untereinander sowie zwischen Studierenden und Dozenten. Als Studienvoraussetzung gilt momentan noch das Spracheingangsniveau A1 des europäischen Referenzrahmens; in Zukunft wird jedoch A2 vorausgesetzt werden. Für zukünftige Italianistik-Studierende, die das erforderliche Spracheingangsniveau für die Immatrikulation in den BA-Studiengang Italianistik nicht vorweisen können, stehen kostenlos die italienischen Sprachkurse des Fremdsprachenzentrums der Hochschule Bremen (FZHB) zur Verfügung. Nebenfachstudierende der Italianistik, die das erforderliche Spracheingangsniveau vorweisen können, sollen die von der Bachelor-Prüfungsordnung vorgesehenen Pflichtmodule (Basismodul A4 und Aufbaumodul B3) absolvieren, die in enger thematischer Kooperation mit den fachwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen stattfinden. Darüber hinaus arbeitet die Bremer Italianistik mit dem Italienischen Kulturinstitut in Hamburg (Istituto Italiano di Cultura) zusammen.

Grundkenntnisse der italienischen Sprache sowie Wissen über die italienische Kultur sind in vielen Bereichen des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft gefragt, insbesondere in international tätigen oder exportorientierten Unternehmen sowie in Branchen, die stark auslandsorientiert arbeiten. Wer sich diesbezüglich spezialisieren und Italianistik als BA-Nebenfach in Bremen studieren möchte, muss prüfen, ob sein jeweiliges Hauptfach Italianistik als kombinierbares Nebenfach zulässt. Von Seiten der Italianistik bestehen keine Kombinationsbeschränkungen.