Vortrag: Sabine Wahl – Werbespots und Werbefilme als multimodale Kommunikate

Ein weiterer Vortrag im Rahmen der Bremen Masterclasses on Multimodality beschäftigt sich mit dem Thema Werbung aus multimodaler Perspektive:

Sabine Wahl, Universität Bremen

Werbespots und Werbefilme als multimodale Kommunikate

12. November 2015, 16.15-17.45
GW2 A3570
Bremen Masterclasses on Multimodality

MasterclassSabine

Abstract zum Vortrag:

Der Begriff Multimodalität wird einerseits verwendet, um die multimodale Gestaltung von Kommunikaten und damit das Zusammenwirken verschiedener Zeichen­modalitäten (z. B. Sprache, Bild, Musik und Geräusche) zu erfassen. Andererseits dient er in der Gesprächsforschung dazu, Formen der Face-to-Face-Interaktion zu beschreiben, bei denen nicht nur der verbale Teil, sondern auch der non-verbale Teil der Kommunikation – also Gestik, Mimik, Blickkontakt, Körperhaltung und Proxemik – berücksichtigt wird. Des Weiteren bezieht sich der Begriff in der medizinischen und psychologischen Forschung auf die Sinne und wird verwendet, wenn mehrere Sinne bei der Wahrnehmung eine Rolle spielen. Auf diese Form der Multimodalität wird in diesem Beitrag in Anlehnung an das sogenannte multisensorische Marketing mit dem Begriff multisensorisch referiert. In der Forschung zur Werbung stehen bisher die Beziehungen von Text und Bild im Mittelpunkt des Interesses. An ausgewählten Werbespots soll deshalb gezielt v. a. die Rolle der Musik und des gesungenen Textes beleuchtet werden.

Die beiden erstgenannten Formen der Multimodalität können in Werbespots auch zusammentreffen: In einem aus verschiedenen semiotischen Ressourcen zusammengesetzten Werbespot können dramatis personae agieren, deren multimodale Face-to-Face-Interaktionen analysiert werden können. An einem Korpus aus aktuellen deutschen, englischen und spanischen Werbespots wird untersucht, welche Formen von Multimodalität jeweils vorliegen, und ob sich zwischen verschiedenen Produktklassen und Ländern Unterschiede im Einsatz dieser Gestaltungsmittel feststellen lassen.

Außerdem hat sich die sprachwissenschaftliche und multimodal orientierte Werbeforschung bislang kaum mit Kinowerbung beschäftigt, obwohl das Kino und die Werbung seit der Entstehung der ersten Filmtheater in verschiedener Hinsicht auf das engste miteinander verknüpft sind. Aufgrund von technischen Neuerungen im Bereich des Films haben verschiedene Zeichen­modalitäten – wie beispielsweise die Sprache und die Musik – für die Gestaltung der Werbefilme im Laufe der Geschichte an Bedeutung gewonnen. Exemplarisch wird deshalb gezeigt, wie sich das Kino zum Ort für multimodale und multisensorische Markenerlebnisse entwickelt hat.

Vortrag: Claudio Gottschalg-Duque: Multimodal Information Architecture

Claudio Gottschalg-Duque,
University of Brasília, Brazil

Multimodal Information Architecture: A proposal

19. November 2015, 16.15-17.45
Rotunde im Cartesium
Bremen Masterclasses on Multimodality

MasterclassClaudio

Abstract zum Vortrag:

Information Architecture, basically, is the art and science of planning, organizing and shaping the context of the informational space. Can General System Theory, Multimodality, and Relevance Theory help Information Architects to develop informational spaces in the XXI century? If the answer is yes, how can they help? The new information scenario is very different from the old one, and today’s users are very different from past users. How can we deal with it?

Neue Publikationen in der Schüren-Reihe „Textualität des Films“

Im Jahr 2015 sind zwei weitere Bände der von Institutsmitgliedern herausgegebenen Buchreihe zur „Textualität des Films“ im Schüren-Verlag erschienen:

Chung, Jihae (2015): Das Erhabene im Kinofilm. Ästhetik eines gemischten Gefühls. Marburg: Schüren. Erschienen im Juni 2015.

Die Untersuchung etabliert das Filmisch-Erhabene als eine Beschreibungseinheit für gegenwärtige Kinofilme, die operationalisierbar ist und damit interpretatorische Willkürlichkeit zu vermeiden hilft. Die Untersuchung geht von einer Grundannahme aus, dass die Erfahrungspotenziale des Filmisch-Erhabenen neben seiner thematischen Entfaltung bereits in den formalen Dimensionen eines Filmtexts, das heißt, in seinen audiovisuellen wie narrativen Strukturen eingeschrieben sind. Um das Filmisch-Erhabene als solches identifizieren zu können, wurde eine umfangreiche Zuschreibungssystematik entwickelt, welche anhand einiger Filmanalysen exemplifiziert worden ist.
Angesprochen werden sollen damit Filmtheoretiker, die neue Lesarten und ein operationalisierbares Analyseraster des Filmisch-Erhabenen benötigen, Filmemacher, die nach erhabenheitsbezogenen ästhetischen Möglichkeiten suchen und schließlich die Filmzuschauer, die bereit sind, sich verschiedene Rezeptionsstrukturen des Filmisch-Erhabenen anzueignen und zugleich ihr bisher unverbalisierbar gemischtes, dennoch evidentes Gefühl bei der Filmrezeption ergründen wollen.

Preußer, Heinz-Peter (2015): Sinnlichkeit im Kino. Zur Interdependenz von Körperlichkeit und Textualität in der Filmrezeption. Marburg: Schüren. Erschienen im Oktober 2015. 

In wissenschaftlichen Betrachtungen zum Film gibt es eine merkwürdige Trennung von Körperlichkeit und Textualität in der Rezeptionsforschung und -theorie. Besonders deutlich wird das in der stark zunehmenden Emotionsforschung im audiovisuellen Feld. Die leibliche Dimension des Mediums Kino gerät in den Blick, etwa in der Filmphänomenologie, aber in der Regel als Korrektiv und Supplement zu den anderen, vorgeblich zu Unrecht dominanten Forschungsfeldern der Vergangenheit. Zwei Schulen scheinen immer noch unversöhnlich gegeneinander zu stehen: ‚die‘ kognitive und ‚die‘ sensualistische. Doch beide Prämissen greifen zu kurz, um die dialektische Verschränkung von Körperlichkeit und Textualität in der Filmrezeption angemessen zu erfassen, den Wechsel und das Zusammenwirken beider Vermögen hinreichend zu beschreiben.
Im Vordergrund des Bandes steht deshalb die Idee, die Positionen miteinander zu verbinden. Für das Drama hat die Semiotik den Faktor der Performativität in den Vordergrund gerückt sowie die Emergenz von Bedeutung durch die Aufführung selbst. Um eben diese Anteile also – Ereignischarakter, analog zur Performanz, Sensualität und Emotionalität – wäre der Textbegriff zu erweitern, um auch die gewünschten ‚körperlichen‘ Phänomene analysieren zu können. Körperlichkeit und Emotionalität sind gleichwohl als Markierungen im Filmtext verankert, die unsere Betrachtung lenken und Sympathie, Antipathie, Empathie und andere Regungen, Gemütszustände und Emotionen ‚ganz rational‘ steuern.

Veranstaltungen mit Prof. Sigrid Norris

Die Termine für Veranstaltungen mit unserem Gast, Prof. Sigrid Norris von der Auckland University of Technology, stehen jetzt fest:

Dienstag, 30.06.2015, 16.15-17.45, GW2 A3570
Introduction to Theory

Dienstag, 07.07.2015, 12.15-15.45, A2320 CIP (Achtung, Raumänderung!)
Transcription Workshop

Dienstag, 14.07.2015, 16.15-17.45, GW2 A3570
Methodological Tools & Empirical Analysis

Die Veranstaltungen sind für alle Interessierten geöffnet.

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Nächste Institutssitzung: 02. Juli 2015, 16.15 Uhr

Das Sommersemester neigt sich dem Ende zu und wir möchten die Zeit bis dahin nutzen, um noch einmal eine Sitzung des Instituts zu veranstalten und gemeinsam über weitere Pläne und vor allem die finanzielle Situation nachzudenken. Die Sitzung soll stattfinden

am 02. Juli 2015,
16.15-17.45 Uhr,
in Raum GW2 A3570.

Tagesordnungspunkte:

  • Wahl/Vorstellung neuer Mitglieder
  • Bericht: Laufende Aktivitäten/Regelmäßige Veranstaltungen
  • Finanzielle Situation des BITT
  • Weitere konzeptionelle und forschungsstrategische Ausrichtung des Instituts
  • Zukünftige Aktivitäten: Wünsche, Pläne.

Lassen Sie mir gerne weitere Punkte vorab per E-Mail zukommen. Bitte bereiten Sie doch außerdem, wenn möglich, eine kurze Übersicht Ihrer Aktivitäten vor, die Sie ggf. bei Nichterscheinen auch per E-Mail an mich weiterleiten können.