Meine Forschungsschwerpunkte liegen seit Beginn meiner wissenschaftlichen Tätigkeit in der Angewandten Linguistik, namentlich in den Teilbereichen Übersetzungswissenschaft einschließlich Fachübersetzen und maschinelles Übersetzen, Sprachlehr- und -lernforschung, Fremdsprachendidaktik, Psycholinguistik, Fachsprachenforschung, Technische Kommunikation sowie Textproduktions- und Textrezeptionsforschung. Hauptbezugssprachen meiner Arbeiten sind Französisch und Italienisch.
Neben meiner individuellen Forschungs- und Publikationstätigkeit bin ich auch Mitinitiator mehrerer größerer Forschungsprojekte (Drittmittelprojekte). Die ersten drei der im folgenden genannten Projekte sind abgeschlossen, das letztgenannte Projekt steht im Mittelpunkt meiner derzeitigen Forschungstätigkeit.
"Besonderheiten des Tertiärsprachenunterrichts auf der gymnasialen Oberstufe am Beispiel des Italienischen und Spanischen"
Im Rahmen meiner Tätigkeit am Seminar für Sprachlehrforschung der Universität Bochum war ich Mitinitiator des Projektes "Besonderheiten des Tertiärsprachenunterrichts auf der gymnasialen Oberstufe am Beispiel des Italienischen und Spanischen". Es handelte sich um eine empirische Untersuchung, in der ein umfangreiches Korpus von Videoaufzeichnungen von Fremdsprachenunterricht auf der gymnasialen Oberstufe in den Sprachen Italienisch und Spanisch aufgenommen und unter einer Vielzahl von Gesichtspunkten analysiert wurde. Ziel war es, die Besonderheiten des sog. "späteinsetzenden Fremdsprachenunterrichts" und die wechselseitigen Einflüsse beim Lernen mehrerer Sprachen zu untersuchen.
Das Projekt ist abgeschlossen. Es wurde aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
"Zur Optimierung von technischen Anweisungstexten am Beispiel von Software-Handbüchern"
Im Laufe des Jahres 1992 habe ich am Institut für Angewandte Sprachwissenschaft ein Forschungsprojekt unter dem Titel "Zur Optimierung von technischen Anweisungstexten am Beispiel von Software-Handbüchern" initiiert. Das Hauptziel dieses Projektes bestand darin, ein wissenschaftlich begründetes Instrumentarium zur systematischen Überprüfung und Verbesserung der Verständlichkeit von technischen Anweisungstexten zu entwickeln. Als Hauptgegenstand der Untersuchung diente dabei die immer wichtiger werdende Textsorte des Software-Handbuchs. Mit einem mehrteiligen empirischen Instrumentarium (Protokolle des Lauten Denkens, Videoaufzeichnungen des Bildschirms, Tastaturprotokollprogramme) wurde untersucht, welche Typen von Verständnisschwierigkeiten bei den Benutzern von Software-Handbüchern in welcher Häufigkeit auftreten, durch welche textseitigen und/oder leserseitigen Merkmale diese Verständnisschwierigkeiten ausgelöst werden, welche Strategien die Benutzer der Software-Handbücher zur Lösung ihrer Verständnisschwierigkeiten mit welchem Erfolg einsetzen, wie sich die diagnostizierten Störungen in der Text-Leser-Kommunikation bereits bei der Produktion der Anweisungstexte vermeiden lassen und welche praktischen Empfehlungen sich daraus für die Autoren von Software-Handbüchern ableiten lassen.
Das Projekt wurde in der Anlaufphase aus Mitteln des Forschungsfonds der Universität Hildesheim gefördert und später mit Mitteln der Industrie fortgesetzt (Siemens AG, Nixdorf AG, später SNI, Linotype-Hell AG u.a.).
"Glottodidattica settoriale modularizzata per gruppi specifici: L'italiano per giuristi ed economisti" (Modulare Fachsprachliche Lesekurse Italienisch für Wirtschaftler und Juristen)
Ich war Mitinitiator und Projektleiter für den Kooperationspartner Hildesheim im Lingua-Projekt "Glottodidattica settoriale modularizzata per gruppi specifici: L'italiano per giuristi ed economisti". Ziel des Projektes war die Entwicklung und Evaluation von Lehrmodulen zur adressatengerechten Vermittlung rezeptiver fachsprachlicher Kenntnisse in den "kleineren" europäischen Sprachen, insbesondere für Italienisch, in einer späteren Phase für Dänisch. Kooperationspartner waren: Die Accademia Europea di Bolzano in Südtirol, die Universität Hildesheim und die Handelshochschule Süddänemark.
Das Projekt wurde von 1994 bis 1996 aus Mitteln des EG-Programms LINGUA finanziert, danach Finanzierung aus Mitteln der Europäischen Akademie Bozen.
"Entwicklung eines virtuellen Fremdsprachenlernzentrums im Internet"
Globalziel dieses Projektes ist erstens die Entwicklung eines allgemeinen Konzepts für autonomes computergestütztes Fremdsprachenlernen über das Internet, zweitens die sukzessive Erarbeitung entsprechender Lernangebote für verschiedene Sprachen (Schwerpunkt: romanische Sprachen), drittens der Aufbau eines Lernumfeldes mit zahlreichen Informationsangeboten für das individualisierte computergestützte Fremdsprachenlernen (umfangreiches Angebot an kommentierten Links, Lernmittelberatung, Lernstrategietraining, Vermittlung von Fremdsprachenlernpartnern, Präsentation und Evaluation von elektronischen Sprachlernprogrammen, elektronische Wörterbücher usw.) und viertens eine systematische empirische Begleitforschung zum Testen der Akzeptanz und der Effizienz der elektronischen Lernangebote. Fernziel ist der Aufbau eines umfassenden virtuellen Fremdsprachenlernzentrums im Internet.
Kernstück des Konzeptes ist die Entwicklung eigener Lernangebote, insbesondere für die Vermittlung rezeptiver (d. h. auf das Leseverstehen ausgerichteter) Fremdsprachenkompetenz. Die Lernangebote beruhen auf den vier Prinzipien Modularität, Computerbasiertheit, Lernerautonomie und Multimedialität. Modularität bedeutet, daß die zu vermittelnde fremdsprachliche Kompetenz vertikal (nach Lernniveaus) und horizontal (nach Fachgebieten) differenziert aufgebaut wird. Lernerautonomie bedeutet, daß die Lesekurse in Form eines tutorierten Selbststudiums organisiert sind. Computerbasiertheit bedeutet, daß der Lernprozeß im wesentlichen durch ein hypertextartig aufgebautes Computerprogramm gesteuert wird, das individuelle Wege durch das Lernangebot ermöglicht. Multimedialität schließlich bedeutet, daß die Lernangebote nicht nur auf Texte beschränkt bleiben, sondern auch andere Medien eingebunden werden, so insbesondere Graphiken und Bilder aller Art sowie Audio- und Videoelemente. Alle multimedialen Elemente sollten jedoch funktional und nicht nur aus "modernistischen" Gründen eingesetzt werden.
Die Entwicklung des Kurskonzepts soll auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgen, das heißt wissenschaftliche Forschungsergebnisse zum Fremdsprachenlernen im allgemeinen und zum fremdsprachlichen Textverstehen im besonderen berücksichtigen, wo immer solche vorhanden sind. Die Lernmaterialien sollen außerdem durch empirische Begleitforschung auf ihre didaktische Eignung geprüft werden.
Das Projekt wurde noch während meiner Tätigkeit an der Universität Bochum begonnen und dort aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Mittlerweile wird das Projekt an der Universität Bremen mit der hier beschriebenen erweiterten Zielsetzung fortgeführt. Mitarbeiterinnen im Projekt sind Daniela Gallucci (mit dem Schwerpunkt Italienisch), Anne Quatravaux (mit dem Schwerpunkt Französisch) und Antje Wollenweber (mit dem Schwerpunkt Spanisch) (siehe auch die persönlichen Web-Seiten der Mitarbeiterinnen).
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