Deutsch als Zweitsprache/Fremdsprache

Tagung „(Mehr-)Sprachigkeit als Ressource in schulischen Kontexten“

Abstracts

Workshop I: Fachsensibler Sprachunterricht – Wie holen wir das Fachliche in den Sprachkurs?

Bettina Rick, Bremen

In den Vorkursen für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche werden je nach Schulstufe unterschiedliche sprachliche Kompetenzerwartungen an die Schüler*innen gestellt. Inwieweit diese mit fachbezogenen Inhalten und Methoden verknüpft werden können und sollen, ist aber derzeit noch nicht in jedem Bundesland in gemeinsamen Richtlinien und curricularen Vorgaben definiert, obwohl die Notwendigkeit der Vermittlung bildungs- und fachsprachlicher Register im schulischen Unterricht unbestritten ist. In den Bereichen Ausbildung und Beruf hingegen hat eine Hinwendung zur fach- und berufsbezogenen Unterrichtspraxis bereits ab dem Niveau A2 / B1 des GER stattgefunden. Auch für Studierende wird an vielen Universitäten studiengangsbezogene Fachsprache in studienvorbereitenden Sprachkursen vermittelt.

Um solch eine Verzahnung von sprachlichen und fachlichen Inhalten auch in den Vorkursen umzusetzen, bedarf es vielerorts der Eigeninitiative und Kreativität einzelner Lehrkräfte an den Schulen, die für diese Herausforderung unterstützende Angebote bekommen sollten.

In diesem Workshop sollen Methoden und Strategien bei der Vermittlung fachlicher Inhalte in heterogenen Gruppen thematisiert werden. Wie – und ab welchem Zeitpunkt - kann es gelingen, im Unterricht von einem fremdsprachlichen zu einem schulsprachendidaktischen Ansatz überzuleiten, binnendifferenziert zu arbeiten und die mehrsprachlichen Ressourcen mit einzubeziehen?

Hierzu wird ein Einblick in verschiedene Modelle fachlichen Lernens in Vorkursen gegeben. Anhand eines curricularen Vorschlags für die Sekundarstufe I kann an der exemplarischen Vorstellung einer Unterrichtseinheit erläutert werden, wie die Verknüpfung von Wortschatz, Grammatik und Fachthemen unter der Berücksichtigung bildungssprachlicher Kompetenzen  mit dem Schwerpunkt Textarbeit gelingen könnte.

Gemeinsam mit den Teilnehmenden sollen weitere Beispiele für die Bezüge von sprachlicher Progression und fachlichem Lernen herausgearbeitet werden.