Deutsch als Zweitsprache/Fremdsprache

Tagung „(Mehr-)Sprachigkeit als Ressource in schulischen Kontexten“

(Mehr-)Sprachigkeit als Ressource in schulischen Kontexten

Durchgängige Sprachbildung, sprachsensibler Fachunterricht und Vorkurse für neuzugewanderte Kinder und Jugendliche – dies sind seit geraumer Zeit Themen von Schulentwicklung und in der Lehrer*innenaus- und -weiterbildung. Dabei steht meistens eine möglichst schnelle Vermittlung bzw. Aneignung (bildungs-)sprachlicher Register im Fokus. Dies basiert auf der Erkenntnis, dass alltagssprachliche Fähigkeiten für eine erfolgreiche Partizipation am Fachunterricht nicht ausreichen, sondern – explizit zu vermittelnde – bildungs- und fachsprachliche Register eine entscheidende Ressource für den Bildungserfolg darstellen – wenn auch nicht die einzige. Eine flächendeckende und umfassende Lehrer*innenaus- und -fortbildung in diesem Bereich kann aber nach wie vor als Desiderat bezeichnet werden.

Mit der Tagung „(Mehr-)Sprachigkeit als Ressource in schulischen Kontexten“ am 23. November 2019 möchten wir dem mit Fachworkshops, der Möglichkeit des kollegialen Austauschs sowie der gemeinsamen Formulierung von Desideraten an Forschung, Politik, Schulentwicklung und Unterrichtspraxis begegnen. Dabei wollen wir den ressourcenorientierten Blick weiten und vertiefen: Neben der Förderung bildungssprachlicher Ressourcen gilt die Wertschätzung und der Einbezug aller sprachlichen Ressourcen der Schüler*innen ebenfalls als Teil eines sprachsensiblen und heterogenitätssensiblen Fachunterrichts. Allerdings stellt sich in der Praxis nicht selten die Frage, wie dies – insbesondere bei der sprachlichen Vielfalt – konkret aussehen kann, ohne einzelne Schüler*innen auszuschließen und auch ohne die (An-)Forderungen von Lehrplänen und dem Gebot bildungssprachlicher Förderung zu kurz kommen zu lassen. Um bei Letzteren an den mitgebrachten Ressourcen der Schüler*innen ansetzen zu können, bedarf es zudem förderdiagnostischer Kompetenzen und schulpraxistauglicher Instrumente. Hinzu kommt aktuell durch die Veränderung der Migration nach Deutschland die Relevanz eines kompetenten Umgangs mit den Auswirkungen von Flucht und Trauma auf das Lernen und den Raum Schule.

Diese Themen möchten wir auf unserer Tagung im Dialog zwischen Expert*innen aus Forschung und Unterrichtspraxis diskutieren. Nach einem Plenarvortrag, der das Feld für die weitere Arbeit bereiten soll, wird in vertiefenden parallelen Workshops intensiv an verschiedenen didaktisch-methodischen Themen gearbeitet. Die Tagung schließt mit einem Vortrag zum Zusammenhang von Sprachaneignung mit Migration, Flucht und Traumatisierung sowie der Relevanz von Schule als sicherem Ort.

Die Tagung wird organisiert vom Fachgebiet Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache des Fachbereichs 10 Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Bremen mit der Unterstützung der Deutschdidaktik und von der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz finanziert.

Kontakt: fg-dazdaf@uni-bremen.de [mailto:fg-dazdaf@uni-bremen.de]

Flyer [http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/fachgebiete/daz/pdf/Flyer_Mehrsprachigkeit.pdf] | Plakat [http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/fachgebiete/daz/pdf/Plakat_Mehrsprachigkeit.pdf] | Abstracts [http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/fachgebiete/daz/mehrsprachigkeit/abstracts.aspx]